Stachelschwein-Krabben: Ein Blick in die geheimnisvolle Tiefsee im „Haus des Meeres“
Im Herzen von Mariahilf gibt es eine neue Attraktion, die die Tiefsee direkt ins „Haus des Meeres“ bringt. Die Rede ist von den Stachelschwein-Krabben (Paralomis histrix), die durch ihre leuchtend orange Farbe und die langen, spitzen Stacheln sofort ins Auge fallen. Diese faszinierenden Krustentiere wurden auf einem Lebendfischmarkt in Japan ausgesucht und vor dem Verzehr bewahrt – eine kleine Rettungsgeschichte, die zeigt, wie wichtig der Schutz dieser einzigartigen Kreaturen ist.
Der Transport der Krabben erfolgte unter speziellen Bedingungen, um sicherzustellen, dass sie die Reise in ihr neues Zuhause unbeschadet überstehen. Die ursprüngliche Heimat dieser Geschöpfe sind die japanischen Tiefseeschluchten, wo die äußeren Bedingungen, wie Dunkelheit und hoher Druck, das Überleben fast unmöglich machen. Jeden Tag können die Besucher des Aquariums beobachten, wie sich die Stachelschwein-Krabben in ihrem neuen, naturnah gestalteten Lebensraum bewegen. Mit konstant kaltem Meerwasser und senkrechten Felswänden wird versucht, die Verhältnisse ihres natürlichen Umfelds nachzuempfinden.
Ein Blick in die Tiefsee
Die Stachelschwein-Krabben sind nicht gerade die Schnellsten. Sie bewegen sich in einem gemächlichen Tempo, fast im Faultiertempo, was irgendwie charmant wirkt. Wenn das Herzmuschelfleisch oder der Tintenfisch zur Fütterung gereicht wird, kann man allerdings sehen, wie sie sich dann doch etwas lebhafter bewegen – ein kleines Schauspiel, das die Besucher zum Schmunzeln bringt. Man fragt sich, wie sie in den Tiefen des Ozeans überleben können, wo die Temperatur konstant bei 2-3 Grad Celsius liegt und das Licht nur bis etwa 900 Meter reicht.
Die Lebensweise dieser Krabben ist an die extremen Bedingungen der Tiefsee angepasst. Dort, wo kein Sonnenlicht mehr hinreicht, sind die Tiere auf organische Partikel aus dem Meeresschlamm angewiesen. Wusstet ihr, dass nur etwa 1% des organischen Materials den Meeresboden erreicht? Das macht das Überleben in solch unwirtlichen Gefilden noch herausfordernder.
Eine neue Perspektive der Artenvielfalt
Die Stachelschwein-Krabben bieten den Besucherinnen nicht nur einen Einblick in eine schwer zugängliche Meereswelt, sondern auch in die große Artenvielfalt der Tiefsee. Obwohl die Zahl der Lebewesen mit zunehmender Tiefe abnimmt, sind rund 200.000 Arten von Bodenbewohnern bereits identifiziert. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch diese unerforschten Lebensräume zu schützen und zu verstehen. Viele Tiefseetiere haben sich durch Biolumineszenz an die Dunkelheit angepasst, was eine spannende Facette ihrer Existenz darstellt.
Im „Haus des Meeres“ können die Besucherinnen nicht nur die Krabben aus nächster Nähe beobachten, sondern auch mehr über ihre Lebensweise erfahren. Die Faszination für die Tiefsee, die einst als lebensfeindlich galt, wächst stetig. Tauchboote und ferngesteuerte Roboter haben in den letzten Jahren dazu beigetragen, dass wir mehr über diese geheimnisvolle Welt erfahren können. Es bleibt spannend zu sehen, welche neuen Erkenntnisse uns die Tiefseeforschung noch bringen wird.
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