In Lienz hat sich ein kleiner Ort der Hoffnung für Kinder und Jugendliche mit Lernschwierigkeiten etabliert. Das Zentrum für Lernen und Lernstörungen der UMIT TIROL bietet seit seiner Eröffnung im Jahr 2021 ganzheitliche Unterstützung für Kinder, die unter Legasthenie, Dyskalkulie und anderen Herausforderungen leiden. Aktuell werden hier 26 Kinder und Jugendliche betreut, und die Nachfrage ist riesig – viele Interessierte stehen auf der Warteliste. Ein echter Beweis dafür, wie wichtig diese Hilfe in unserer Gesellschaft ist.

Die vier engagierten Mitarbeiterinnen des Zentrums arbeiten nicht nur mit den Kindern, sondern bieten auch Eltern, Lehrkräften und Betreuungspersonen wertvolle Beratung an. Das Förderangebot umfasst Diagnostik, individuelle Einzeltherapien sowie Unterstützung bei Konzentration, Motivation und Lernstrategien. Das ist doch eine tolle Sache! Laut UMIT TIROL sind Lernstörungen wie Legasthenie und Dyskalkulie weit verbreitet. Internationale Studien zeigen, dass zwischen 5 und 8 % der Kinder von Lese-Rechtschreibstörungen und 3 bis 7 % von Rechenstörungen betroffen sind. Das sind alarmierende Zahlen, die uns alle zum Nachdenken anregen sollten.

Komorbiditäten im Fokus

Doch das ist noch nicht alles. Viele Kinder kämpfen nicht nur mit einer einzigen Lernstörung. Komorbiditäten, also das gleichzeitige Auftreten mehrerer Störungen, sind häufig. So haben Kinder mit Legasthenie oft auch Schwierigkeiten in Mathematik – Dyskalkulie lässt grüßen! Laut der S3-Leitlinie Rechenstörung ist die hohe Komorbidität zwischen Rechenstörungen und Lese- sowie Rechtschreibstörungen gut belegt. Studien zeigen, dass Kinder mit Legasthenie ein vier- bis fünfmal erhöhtes Risiko haben, zusätzlich eine Dyskalkulie zu entwickeln. Wahnsinn, oder?

Und es wird noch komplizierter: Viele dieser Kinder leiden auch unter Aufmerksamkeitsproblemen, Ängsten oder sogar psychosomatischen Beschwerden. Tatsächlich sind fast 70 % der Kinder mit Lese-Rechtschreib- oder Rechenschwäche von psychosozialen Belastungen betroffen. Das können Bauchschmerzen vor Prüfungen oder Prüfungsangst sein – ein Teufelskreis, der oft nur schwer zu durchbrechen ist.

ADHS und Lernstörungen

Ein weiterer Aspekt, den wir nicht außer Acht lassen dürfen, ist die oft begleitende ADHS. Rund ein Drittel der Kinder mit Lernstörungen hat ebenfalls ADHS. Diese Kombination kann im schulischen Alltag ganz schön herausfordernd sein – Konzentrationsprobleme, Impulsivität und Schwierigkeiten beim strukturierten Arbeiten stehen oft an der Tagesordnung. Das führt zu Frustration und möglicherweise zu einem negativen Lernverlauf. Es ist wichtig, dass die Umgebung unterstützend wirkt und individuelle Stärken gefördert werden.

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Die Erkenntnisse zur Neurodivergenz in der ADHS-Forschung sind spannend. ADHS wird zunehmend nicht nur als Defizit, sondern auch als Ausdruck besonderer Stärken wie Kreativität und Hyperfokus verstanden. Hier gibt es noch viel zu entdecken! Es ist entscheidend, dass Lerntherapeuten die gesamte Lebens- und Lerngeschichte eines Kindes in die Therapie einbeziehen und im Bedarfsfall auf andere Fachleute verweisen.

Für all jene, die mehr über das Zentrum in Lienz erfahren möchten, gibt es auf der Website www.umit-tirol.at/lernen-lienz zusätzliche Informationen. Das Engagement, das hier gezeigt wird, ist einfach bemerkenswert und sollte viele ermutigen, sich mit dem Thema Lernschwierigkeiten und deren Unterstützung auseinanderzusetzen.

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