Heute ist der 27.05.2026, und in der Südoststeiermark blühen nicht nur die Wiesen, sondern auch die Hoffnungen für die seltenen Blauracken. Diese farbenfrohen Zugvögel, die zur Familie der Racken gehören, haben sich in den letzten Jahren rar gemacht. Doch nun gibt es Grund zur Freude: Ein innovatives Projekt bringt frischen Wind in die Region, und es sind die Weiderinder, die dabei eine entscheidende Rolle spielen!
Die Zebus-Weiderinder von Biowinzer Edi Tropper jun. aus Straden sind die wahren Stars dieses Projekts. Was genau machen die Rinder? Sie werden eingesetzt, um die Wiesenflächen im Europäischen Schutzgebiet rund um Straden, Bad Gleichenberg, Kapfenstein, St. Anna am Aigen, Tieschen, Halbenrain, Deutsch-Goritz und Gnas zu pflegen. Diese etwa 6.000 Hektar großen Wiesen sind nicht nur ein wichtiger Lebensraum, sondern auch eine potenzielle Nahrungsquelle für die Blauracken, die hier ihre Brutplätze finden können. Ein echtes Win-win, würde ich sagen!
Die Rolle der mobilen Weideunterstände
Ein besonders spannendes Element des Projekts sind die mobilen Weideunterstände. Diese werden installiert, um den Rindern Schutz zu bieten und gleichzeitig Flexibilität zu gewährleisten. Projektleiter Bernard Wieser hebt hervor, wie wichtig diese Unterstände sind – sie ermöglichen es den Tieren, in verschiedenen Bereichen der Wiesen zu grasen, was wiederum die Biodiversität fördert. Und das ist nicht nur gut für die Rinder, sondern auch für die Blauracken, die sich von großen Insekten, Eidechsen und anderen kleinen Leckerbissen ernähren.
Die Blauracke (wissenschaftlich bekannt als Coracias garrulus) ist ein Zugvogel, der in warmen Regionen mit altem Baumbestand und Wasser in der Nähe lebt. Sie überwintern in Südafrika und kehren dann zurück, um hier ihre Nester in Baumhöhlen oder Niströhren zu bauen. Die Brutzeit erstreckt sich von Mai bis Juli, und das Gelege besteht in der Regel aus 4 bis 6 weißen Eiern. Die Jungvögel sind Nesthocker und brauchen etwa 28 Tage, bis sie flügge werden. Das Gefieder der Blauracken ist eine Augenweide: Die Unterseite und der Kopf schimmern in grünblau, während die Flügel ein strahlendes Türkis zeigen – einfach schön!
Ein wichtiger Schritt für den Naturschutz
Natürlich gibt es Herausforderungen. Die Lebensräume der Blauracken sind durch menschliche Aktivitäten bedroht, darunter Lebensraumzerstörung und der Einsatz von Pestiziden. Das Projekt mit den Weiderindern könnte jedoch einen bedeutenden Schritt in die richtige Richtung darstellen. Durch das Mähen der Wiesen, das gesetzlich vorgeschrieben ist, wird die Qualität der Flächen bewahrt, was sowohl der Pflanzen- als auch der Tierwelt zugutekommt.
In einer Zeit, in der viele Tierarten in ihren Beständen gefährdet sind, ist dieses Engagement für den Naturschutz besonders wichtig. Die Kombination aus traditioneller Landwirtschaft und modernem Naturschutz könnte ein Vorbild für viele andere Regionen werden. Die Zusammenarbeit zwischen dem Blauracken-Verein und der Billa-Stiftung „Blühendes Österreich“ zeigt, wie engagierte Akteure zusammenarbeiten können, um die Natur zu schützen und gleichzeitig die Landwirtschaft zu unterstützen.
In der Südoststeiermark tut sich also einiges. Wer weiß, vielleicht wird die Blauracke schon bald wieder zur häufigen Erscheinung in unseren Wiesen – mit ein bisschen Glück und viel Engagement der Menschen vor Ort!