Heute ist der 7.05.2026 und während wir hier in Klagenfurt-Land die ersten Sonnenstrahlen des Tages genießen, gibt es auch dunklere Wolken am Horizont – zumindest wenn es um die Bushaltestellen in unserer Region geht. Eine aktuelle Untersuchung hat ergeben, dass 273 Haltestellen in Kärnten Verbesserungsbedarf haben. Das ist eine ganz schön hohe Zahl, findet ihr nicht? Schaut man genauer hin, berichten 69% der Fahrgäste von fehlendem Witterungsschutz. Das ist vor allem im Winter ein echtes Problem, wenn man fröstelnd auf den Bus wartet und sich fragt, warum man nicht einfach im Warmen geblieben ist.

Aber das ist nicht alles. Knapp die Hälfte der Meldungen (50%) betreffen unsichere Straßenquerungen zur Haltestelle. Man fragt sich, ob das wirklich sein muss. Der VCÖ hat bereits eine Sanierungsoffensive gefordert, und das ist auch dringend nötig. Die Initiative „Haltestellen im Fahrgast-Check“ könnte hier vielleicht Licht ins Dunkel bringen. Immerhin ist es nicht nur der Schutz vor Regen oder Schnee, der zählt. Fehlende Beleuchtung (57%), Beschattung (56%) und Sitzgelegenheiten (51%) sind weitere häufig genannte Mängel. Und wie sieht’s mit Radabstellplätzen aus? 53% der Fahrgäste vermissen diese. Es ist schon seltsam, dass in einer Zeit, in der Radfahren so beliebt ist, die Abstellmöglichkeiten so oft fehlen.

Ein Blick über die Grenzen Kärntens

Und wenn wir schon dabei sind, schaut man über die Grenzen hinaus. In Wien wurden mehr als 1.100 Haltestellen als „mangelhaft“ eingestuft. Das betrifft vor allem die Barrierefreiheit – ein Thema, das auch uns hier in Kärnten nicht kaltlassen sollte. Die Stadt Wien hat sich zum Ziel gesetzt, die Haltestellen bis 2025 barrierefrei zu gestalten. Das ist zwar ein ambitioniertes Ziel, aber wenn man die Situation so betrachtet, ist es mehr als notwendig.

In Kärnten sind die meisten Beschwerden übrigens aus Klagenfurt gekommen – 77 Meldungen. Villach und Wolfsberg folgen mit 40 und 36. Am anderen Ende der Skala stehen die Bezirke Hermagor, St. Veit an der Glan und Feldkirchen mit nur wenigen Meldungen. Vielleicht hat das auch etwas mit der Wahrnehmung zu tun. Wer denkt schon bei einem kleinen Dorf an die Bushaltestelle als Problemzone? Aber selbst hier gibt es sicher Leute, die im Regen stehen und sich wünschen, dass es einen Unterstand gäbe.

Das Beispiel einer gelungenen Haltestelle

Ein Lichtblick in diesem durchwachsenen Bild ist die Haltestelle Lakeside Park in Klagenfurt. Sie wurde sogar für die „Wahl der besten Bushaltestelle Österreichs“ nominiert. Ein echter Erfolg! Der Gewinner der Wahl, der Busbahnhof Premstätten in der Steiermark, zeigt, dass es auch anders geht. Vielleicht sollten wir uns ein Beispiel an solchen Vorbildern nehmen. Wenn es um den öffentlichen Verkehr geht, sind wir alle aufeinander angewiesen. Ein bisschen mehr Rücksichtnahme und ein paar Verbesserungen könnten hier Wunder wirken.

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Es bleibt zu hoffen, dass die Initiativen von VCÖ und die Pläne der Stadt Wien auch in Kärnten Gehör finden. Schließlich wollen wir, dass unsere Haltestellen nicht nur hübsch aussehen, sondern auch sicher und einladend sind. Denn, ganz ehrlich, wer wartet schon gerne bei Regen und Kälte auf den Bus, wenn es auch anders geht? Wir dürfen gespannt sein, was sich in den kommenden Jahren tun wird.