Heute ist der 17.05.2026, und die Luft in Feldkirchen ist erfüllt von einer Mischung aus Aufregung und Wehmut. Das historische Schloss Bergheim, einst eine landwirtschaftliche Ausbildungsstätte, wird nach 106 Jahren seine Pforten für die Schüler der Fachschule schließen. Die letzten Vorbereitungen für den Abschied sind in vollem Gange. Ein Dankgottesdienst, der am 17. Mai stattfinden soll, ist geplant, um den Abschied gebührend zu feiern. Die Schwerpunkte der Fachschule „Gesundheit und Soziale Berufe“ sowie „ECO Design“ ziehen in das neue Ausbildungszentrum nach Waizenkirchen, das im Bezirk Grieskirchen liegt.
Doch das Schloss wird nicht leer stehen bleiben. Im Gegenteil: Die Pläne für die Nachnutzung sind schon in der Mache. Ab 2029 soll das Oberösterreichische Landesarchiv (OÖLA) hier untergebracht werden. Bürgermeister David Allerstorfer drückt seine Dankbarkeit für die konstruktiven Gespräche mit Landeshauptmann Thomas Stelzer und den neuen Geschäftsführern der Landesimmobiliengesellschaft aus. Es ist beruhigend zu wissen, dass die Nachnutzung im Sinne der Allgemeinheit erfolgt und eine Einigung in der Regierungsklausur mit der FPÖ getroffen wurde. So bleibt der Bildungskontext in Feldkirchen erhalten, auch wenn sich die Form verändert.
Übersiedlung des OÖLA
Die Übersiedlung des OÖLA ist für 2029 fest eingeplant. In der Zwischenzeit wird im Schloss Bergheim kräftig investiert – rund 30 Millionen Euro sind für den Umbau vorgesehen. Ein Architektenwettbewerb soll im kommenden Jahr stattfinden, und man darf gespannt sein, wie das historische Ambiente des Schlosses mit modernen Anforderungen in Einklang gebracht wird. Die rechtlichen Weichen dafür wurden bereits mit einem einstimmigen Landtagsbeschluss gestellt. Das ist zwar eine gute Nachricht, doch die Protestmaßnahmen gegen die Übersiedlung finden kaum Beachtung. Eine Petition des Instituts für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte der Linzer Universität, die den Erhalt des OÖLA am Standort Linz fordert, läuft noch immer. Mit 984 Unterschriften auf dem Weg zu den angepeilten 2000 bleibt hier noch einiges zu tun.
Im Schloss selbst werden einige wichtige Einrichtungen bleiben. Das Standesamt, der Gemeinde-Bauhof und das Altstoffsammelzentrum bleiben am Standort erhalten. Diese Kontinuität ist für viele Bürger von Bedeutung, denn sie sorgt dafür, dass das Schloss nicht nur historischer Ort, sondern auch ein aktiver Teil des Alltags bleibt. Apropos Alltag – die Schachteln, Handschriften und Mappen des Landesarchivs sind teils gesperrt, aber das wird sich mit der neuen Nutzung ändern. Etwa 50 Arbeitsplätze sollen durch die neue Ansiedlung geschaffen werden, was ebenfalls eine positive Nachricht für die Region darstellt.
So geht das Schloss Bergheim in eine neue Ära über. Die letzten Tage der Fachschule werden mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet. Die Veränderungen bringen frischen Wind, aber auch die Erinnerung an 106 Jahre Tradition. Ein Ort voller Geschichten, der nun ein neues Kapitel aufschlägt. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dinge entwickeln und welche Impulse die neue Nutzung mit sich bringen wird.