Heute ist der 9.05.2026 und mit einem Blick auf den Neusiedler See wird deutlich: Die anhaltende Trockenheit macht sich bemerkbar. Der aktuelle Wasserstand liegt bei 115,43 Meter über Adria, was sechs Zentimeter niedriger ist als im Vorjahr zur gleichen Zeit. Christian Sailer, der Leiter des Hauptreferats Wasserwirtschaft, äußert sich zwar gelassen und sagt, die Situation sei „noch nicht beunruhigend“. Doch so ganz ohne Sorgen sind die Menschen hier nicht. Immerhin liegt der Wasserstand 14 Zentimeter unter dem langjährigen Mittel, und das macht schon nachdenklich.

Ein bisschen Hoffnung gibt es laut den Wetterfröschen für die kommende Woche: Niederschläge könnten in Sicht sein. Aber der Regen, der am Donnerstag fiel, brachte nur acht Millimeter – das ist nicht gerade viel. Außerdem lässt die Hitze und das Wachstum des Schilfs den Wasserstand weiter sinken. Die Landwirtschaft in der Region spürt die Auswirkungen schon jetzt. Viele Landwirte müssen mit der Aussaat warten, weil der Boden einfach zu trocken ist. Und das ist wirklich kein Spaß, vor allem wenn man auf die Ernte angewiesen ist.

Ein Blick in die Vergangenheit

<pWenn wir einen Schritt zurück machen und auf vergangene Jahre schauen, sehen wir ein Bild, das sich nicht gerade verbessert hat. Der Neusiedler See hatte seit 2020 unterdurchschnittliche Pegelstände. Der letzte Jahr mit einem überdurchschnittlichen Wasserstand war 2019. Das ist schon eine ganze Weile her. Der Juli 2025 brachte immerhin eine positive Wende: Mit 97,3 Millimetern Niederschlag war dieser Monat der nasseste seit Beginn der Messungen. Aber die Frage ist, ob solche Wetterphänomene die Ausnahme oder die Regel sind. Der Klimawandel ist unbestritten auch hier ein Thema. Schließlich führt die Verlangsamung des Jetstreams dazu, dass sich Wetterphasen verlängern und auch Extremereignisse wie Starkregen zunehmen.

Die Hoffnung auf mehr Niederschlag ist da, und einige Experten plädieren sogar für eine gezielte Nutzung von Regenwasser zur Grundwasseranreicherung. Vielleicht wird das die Lösung sein, um die Wasserversorgung im Neusiedler See langfristig zu sichern. Der Ökologe Bernhard Kohler ist jedenfalls überzeugt, dass wir jetzt handeln müssen, damit der See nicht weiter leidet.

Was die Zukunft bringt

Ein bisschen Optimismus lässt sich dennoch nicht leugnen. Prognosen für 2025 sprechen von guten Chancen auf einen komfortablen Wasserstand, was für Naturschutz, Fischerei und den Tourismus von großer Bedeutung wäre. Aber die Realität sieht oft anders aus. Moderate, niederschlagsreiche Sommer sind aufgrund der Klimaerwärmung eher unwahrscheinlich. Das macht die Sache kompliziert und lässt uns alle mit einem mulmigen Gefühl zurück.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

<pInsgesamt bleibt die Situation am Neusiedler See angespannt. Die Balance zwischen Natur und menschlicher Nutzung ist ständig im Wandel. Vielleicht wird der Regen, der in der kommenden Woche erwartet wird, ja das Zünglein an der Waage sein – wir dürfen gespannt sein!