Heute ist der 4.05.2026 und in Neusiedl am See, im malerischen Burgenland, hat sich das „fahrende Volk“ wieder niedergelassen. Eine Gruppe aus Roma und Sinti hat ihr Lager hinter dem Outletcenter in Parndorf aufgeschlagen. Der Anblick der bunten Wagen und die Atmosphäre der Freiheit wecken Erinnerungen an vergangene Zeiten, doch die Polizei warnt die Bevölkerung vor möglichen Unruhen. Ich kann mir vorstellen, dass viele hier im Ort gemischte Gefühle haben – einerseits die Faszination für das Leben auf der Straße, andererseits die Sorgen um die eigene Sicherheit.

Die Polizei des Bezirks Neusiedl am See hat klare Empfehlungen ausgesprochen. Sie raten eindringlich, keine Haustürgeschäfte abzuschließen und keine Arbeiten am eigenen Haus in Anspruch zu nehmen. Schließlich gibt es immer wieder Berichte über minderwertige Ware, die zu überhöhten Preisen angeboten wird. Mir kommt da ein Bild in den Kopf: Ein Verkäufer, der mit viel Geschick und Charme versucht, seine Produkte an den Mann zu bringen – aber wehe, wenn man darauf hereinfällt!

Vorsicht ist besser als Nachsicht

Die Warnung geht sogar so weit, dass die Bürger gebeten werden, keine fremden Personen ins Haus zu lassen, auch nicht, wenn sie um Wasser bitten. Das ist schon eine traurige Entwicklung. Man denkt an die alten Zeiten, als Nachbarn noch miteinander redeten und man auch mal eine Tasse Zucker auslieh. Heute scheint das anders zu sein. Ich kann nur erahnen, welche Ängste und Sorgen in den Köpfen der Menschen vorherrschen.

Die Sicherheitskräfte empfehlen zudem, dass Haus- und Wohnungstüren immer verschlossen bleiben sollten. Das klingt nach einem klugen Plan! Bei verdächtigen Beobachtungen sollen Fahrzeugkennzeichen notiert und Personenbeschreibungen bereitgehalten werden. Ich kann mir vorstellen, dass das vielen nicht leichtfällt. Hier wird ein Gefühl der Unsicherheit geschürt, das für eine Stadt wie Neusiedl am See nicht typisch ist.

Ein Blick in die Geschichte der Jenischen

Um das Thema zu vertiefen, lohnt sich ein Blick auf die Jenischen, eine Gruppe, die oft mit dem „fahrenden Volk“ assoziiert wird. Ab dem 18. Jahrhundert wurden sie von verschiedenen Grundherren angesiedelt, um Steuereinnahmen zu generieren. Es ist kaum zu fassen, wie lange diese Gemeinschaft schon Teil unserer Kultur ist! Die Ausstellung „Auf der Reis’ – die ›unbekannte‹ Minderheit der Jenischen im Südwesten“ zeigt im Hohenloher Freilandmuseum, wie stolz und gleichzeitig leidvoll ihre Geschichte ist. Dort steht ein hölzerner Reisewagen aus dem frühen 20. Jahrhundert, der das Leben einer Jenischen-Familie während der Reise darstellt. Einfach faszinierend!

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Die Jenischen lebten oft als Kleinhandwerker und hatten, wie viele von uns, ihre eigenen Herausforderungen zu meistern. In Ichenhausen wurde sogar der erste jenische Fußballverein gegründet. Das ist ein bisschen wie eine Hommage an ihre ungebrochene Lebenskraft. Doch die dunkle Geschichte – unter den Nationalsozialisten wurden Jenische diskriminiert, in Zwangsarbeit geschickt und nie als Opfer anerkannt – wirft einen Schatten auf das Bild, das wir von ihnen haben.

In der Ausstellung können die Besucher auch ihre Sprachkenntnisse testen – eine interaktive Wand mit Klappen zeigt verschiedene Begriffe in Jenisch und Deutsch. Das ist nicht nur spannend, sondern auch wichtig, um diese einzigartige Kultur lebendig zu halten. Der „Stupfel“, der Igel, dient als Wappentier des 2016 gegründeten „Fördervereins für Jenische und andere Reisende“. So kommt die Tradition auch in die Zukunft!

In Neusiedl am See gibt es also viel zu beobachten und zu lernen. Die Ankunft des „fahrenden Volkes“ ist ein komplexes Thema, das viele Facetten hat. Ob man nun die Augen vor der Realität verschließt oder sich mit offenen Armen dem Unbekannten nähert – die Entscheidung liegt bei jedem Einzelnen.