Der Aumannplatz in Währing hat sich in den letzten Jahren zu einem echten Verkehrsknotenpunkt entwickelt, der von einem gedrängten Kreisverkehr dominiert wird. Doch das könnte bald der Vergangenheit angehören! Aktuell wird an einem Grobkonzept gearbeitet, das die Vision einer neuen, lebendigeren Platzgestaltung ins Leben ruft. Bezirksvorsteherin Silvia Nossek von den Grünen stellte die ersten Pläne vor, die reichlich frischen Wind in die Währinger Nachbarschaft bringen könnten.
Die Ideen, die während eines mehrjährigen Beteiligungsprozesses gesammelt wurden, sind vielversprechend: 1.200 Rückmeldungen von Bürgerinnen und Bürgern haben gezeigt, dass es eine klare Präferenz für mehr Grünflächen und weniger Verkehr gibt. Geplant sind neue Fußgängerzonen, Schanigärten und eine direkte Anbindung für Parkplätze. Man möchte den Aumannplatz in einen Ort verwandeln, der nicht nur als Verkehrsweg dient, sondern als einladender Treffpunkt für die Gemeinschaft fungiert.
Grün, ruhig und einladend
Das Grobkonzept sieht auch vor, die Währinger Straße zur Fußgängerzone umzugestalten. Mehr Bäume, Sitzmöbel und grüne Oasen sollen den Platz beleben. Ein Park, der an die Fußgängerzone anschließt, soll als ruhige Mitte dienen. Hier könnte sogar eine kleine Veranstaltungsbühne Platz finden, auf der Lesungen oder Konzerte stattfinden könnten! Die Modernisierung der Parkbeleuchtung und die Installation einer festen WC-Anlage neben der Straßenbahnhaltestelle sind ebenfalls Teil der Pläne. Und das Beste daran? Die Wiener Linien haben dem Verkehrskonzept bereits zugestimmt, was bedeutet, dass die öffentlichen Verkehrslinien wie gewohnt weiterfahren können.
Leider gibt es auch kritische Stimmen. Die Währinger ÖVP bemängelt, dass Schulen, Betriebe und Anrainer nicht ausreichend in die Planungen einbezogen wurden. Beate Marx, die Klubobfrau, bezeichnet das Konzept als unausgereift und spricht von einem „demokratiepolitischen Skandal“. Auch die Neos zeigen sich unzufrieden, auch wenn sie die Aufwertung des öffentlichen Raums grundsätzlich begrüßen. Sie fordern mehr Investitionen in die Bildung und die Sanierung von Schulen, anstatt in den Umbau des Aumannplatzes zu stecken.
Beteiligung und Dialog im Fokus
Die Währingerinnen und Währinger haben bis Mitte Juni die Möglichkeit, ihre Meinung zum Grobkonzept abzugeben – sei es über einen Feedback-Kasten vor Ort oder per E-Mail an aumann@gbstern.at. Dies zeigt, wie wichtig es ist, dass die Bürger in den Planungsprozess einbezogen werden. In Zeiten, in denen die Menschen nach mehr Mitbestimmung in ihrer Umgebung verlangen, könnte das ein Schritt in die richtige Richtung sein. Das Büro für gemeinwohlorientierte Stadt- und Mobilitätsplanung, Studio Übermorgen, betont die Bedeutung von Dialog und Zusammenarbeit in der Stadtplanung. Sie bieten Unterstützung bei der Gestaltung von Prozessen, die die Gemeinschaft einbeziehen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne weiterentwickeln werden, aber die Idee eines lebendigen Aumannplatzes, der nicht nur als Verkehrsweg dient, sondern auch als Ort der Begegnung und des Austausches, hat durchaus Potenzial. Man darf gespannt sein, ob die Währingerinnen und Währinger mit ihren Vorschlägen und Wünschen die Zukunft des Platzes aktiv mitgestalten können!