Im Herzen des 16. Wiener Gemeindebezirks, in einer ruhigen Ecke, wo das Lächeln der Kinder und die Fürsorge der Erwachsenen zusammenfließen, steht das Kinderpflegedomizil Fridolina. Hier finden Eltern von Kindern mit hochkomplexem Pflegebedarf eine dringend benötigte Auszeit. Mehrere Wochen im Jahr können sie ihre Kleinen in einem Umfeld unterbringen, das mehr als nur eine Pflegeeinrichtung ist – es ist ein zweites Zuhause. Die freundlichen Zimmer, die schattige Terrasse und die moderne medizinische Ausstattung schaffen eine Atmosphäre, die sowohl Kinder als auch Eltern willkommen heißt.
Ein echtes Highlight ist die große Badewanne, die es Eltern ermöglicht, zusammen mit ihren Kindern ein entspannendes Bad zu nehmen. Das ist nicht nur eine praktische Einrichtung, sondern auch eine Möglichkeit, kostbare Momente zu genießen. Nehmen wir den neunjährigen Lukas, der aufgrund eines seltenen Gendefekts Pflegestufe sieben hat. Er kommt mehrmals jährlich nach Fridolina, wo er, trotz seiner Herausforderungen wie zeitweiser Beatmung und Ernährung über eine Sonde, die Zuwendung und Betreuung erhält, die er benötigt. Seine Eltern, wie die liebe Sabine, stehen oft unter immensem Druck, ihre Kinder rund um die Uhr zu pflegen, und finden hier einen Ort der Entlastung.
Ein Ort für die Seele
Die Leiterin der Einrichtung, Katharina Janits, spricht von der Notwendigkeit, pflegenden Eltern eine Verschnaufpause zu gönnen. Fridolina bietet nicht nur eine professionelle Betreuung, sondern auch eine familiäre Atmosphäre. Geburtstagsfeiern und gemeinsame Aktivitäten schaffen Erinnerungen, die über die Pflege hinausgehen. Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegekräften, Physiotherapeuten und Pädagogen steht bereit, um die besonderen Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen. Eltern werden zu Experten für ihre Kinder, und das Vertrauen in das Betreuungspersonal ist von großer Bedeutung. Vor dem ersten Aufenthalt findet ein ausführliches Gespräch statt – wichtig, um eine Basis des Vertrauens zu schaffen.
Mit 14 Plätzen bietet Fridolina sowohl Langzeit- als auch kurzfristige Pflege an. Die Finanzierung für Aufenthalte wird durch den Fonds Soziales Wien unterstützt, der die Voraussetzungen beurteilt. Familien aus anderen Bundesländern haben ebenfalls die Möglichkeit, das Angebot in Anspruch zu nehmen, sofern eine Kostenübernahme durch ihr Bundesland erfolgt. Fridolina ist Teil des „Haus der Barmherzigkeit“-Pflegekrankenhauses in Ottakring, was die Qualität der Betreuung zusätzlich unterstreicht.
Netzwerk der Unterstützung
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Unterstützung, die Eltern von Selbsthilfeorganisationen wie dem Kinderpflegenetzwerk erhalten können. Diese Organisation bietet Familien mit chronisch kranken oder behinderten Kindern Orientierung zu Leistungsansprüchen und Entlastungsmöglichkeiten. Sie hilft bei Entscheidungen über Hilfsmittel und Therapieformen und stellt Informationen über die speziellen Bedürfnisse dieser Kinder bereit. Es ist ein wertvolles Netzwerk, das Angehörige, Pflegedienste, Therapeuten und Pädagogen zusammenbringt, um Familien in besonderen Lebenssituationen zu begleiten.
In einem so herausfordernden Alltag, in dem jede kleine Entlastung zählt, ist Fridolina ein Lichtblick. Hier wird nicht nur gepflegt, sondern auch gelebt, gelacht und Hoffnung geschenkt. Ein Ort, an dem sich die Sorgen für eine Weile in Luft auflösen können, der Raum für Freude und Gemeinschaft schafft – und das ist unbezahlbar.