Heute ist der 3.06.2026 und in Mariahilf brodelt es. Am Dienstagabend, bei einer Anrainerversammlung im 6. Bezirk, fanden sich 120 Anwohner ein. Ein echtes Aufgebot! Die Bezirksvorstehung hatte eingeladen, um die Sorgen rund um das Suchthilfszentrum bei der U6-Station Gumpendorfer Straße zu besprechen. Das Thema schlägt Wellen, denn die Situation belastet die Anwohner schon seit Jahren. Seit Mai hat sich die Stadt gemeinsam mit der Polizei auf die Suche nach Lösungen begeben. Maßnahmen wie die nächtliche Sperre des Fritz-Imhof Parks und die Einrichtung einer Schutzzone wurden ergriffen. Doch ob das wirklich hilft, ist fraglich.

Die Anwohner hatten einiges auf dem Herzen. Sie berichteten von einer erhöhten Polizeipräsenz und einem Rückgang der Obdachlosen auf der Straße. Aber die Zweifel bleiben. „Schieben die nur das Problem weiter?“ fragt sich mancher. Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) wollte den Menschen einen „geschützten Raum“ bieten, damit sie ihre Sorgen offen äußern können. Medienvertreter mussten vor der Veranstaltung draußen bleiben, was einigen nicht gepasst hat. Ein bisschen wie im Theater, wo die Presse draußen bleibt, während das Stück drinnen aufgeführt wird.

Ein Dialog der Sorgen

Die Bezirksvorstehung sah die Versammlung als gelungen an. Da wurde sachlich diskutiert, auch im Austausch mit der Polizei und den Vertretern der Suchthilfe. Lessacher und der Wiener Drogenkoordinator Ewald Lochner warben für den im April präsentierten Sieben-Punkte-Plan für die Achse Westbahnhof – Gumpendorfer Gürtel. Aber wie das so ist, die Meinungen gehen auseinander. Der ÖVP-Bezirksparteichef Gerhard Hammerer äußerte sich kritisch zur hohen Konzentration an Suchtkranken und sprach von Hilflosigkeit. Die FPÖ hingegen bezeichnete die Versammlung als „Bürger-Verhöhnung“ und warf der SPÖ vor, kritische Fragen zu umgehen. Ein spannendes Spiel der politischen Ränkespiele!

Die Stimmung war geladen, und die Sorgen der Anwohner sind nicht einfach vom Tisch zu wischen. Die Frage bleibt, wie es weitergeht. Die Stadt hat zwar Schritte unternommen, aber ob die tatsächlich den gewünschten Effekt haben, steht in den Sternen. Man kann nur hoffen, dass es nicht zu einem weiteren Hin und Her kommt, das die Menschen frustriert zurücklässt. Ein wenig mehr Klarheit könnte nicht schaden.