Heute ist der 26.04.2026, und die Wienerinnen und Wiener gehen mehr denn je zu Fuß. Anlässlich des „Tag des Zu-Fuß-Gehens“ hat der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) erneut die Notwendigkeit einer fußgängerfreundlichen Verkehrsplanung in der Stadt betont. Trotz der hohen Mobilität zu Fuß sind Maßnahmen wie breite Gehsteige, sichere Straßenübergänge und längere Grünphasen bei Fußgängerampeln nach wie vor dringend erforderlich. Dies ist besonders alarmierend, da der Anteil der zu Fuß zurückgelegten Wege in den letzten Jahren gesunken ist: von 35% im Jahr 2022 auf geschätzte 30% im Jahr 2024.
In Wien werden mehr Wege zu Fuß als mit dem Auto zurückgelegt, was zeigt, dass Gehen die häufigste Mobilitätsform für viele ist. Besonders Kinder im Alter von 7 bis 13 Jahren sind hier führend: 46% ihrer Wege legen sie zu Fuß zurück. Aber auch die Generation 50 Plus und über 70-Jährige zeigen eine hohe Fußgängerquote. Dennoch zeigt die Planung eine klare Benachteiligung: Fußgänger werden oft vernachlässigt, während parkende Autos mehr Platz einnehmen.
Fußverkehr als Teil einer nachhaltigen Stadtentwicklung
Die Zahlen sprechen für sich: Mit 58% der Wege, die Teilstrecken zu Haltestellen umfassen, ist der Fußverkehr für viele Wienerinnen und Wiener unverzichtbar. Viele Menschen, die regelmäßig öffentliche Verkehrsmittel nutzen, gehen sogar 34% ihrer Wege zu Fuß. Besonders auffällig sind die Unterschiede im Fußverkehrsanteil in verschiedenen Bezirken: Während im 1. Bezirk 57% zu Fuß unterwegs sind, liegt dieser Anteil in Donaustadt nur bei 24%.
Umso wichtiger ist es, unsichere Straßenübergänge und fehlende Gehsteige zu melden. Der VCÖ hat dafür eine Plattform eingerichtet, auf der Bürgerinnen und Bürger ihre Anliegen bis zum 30. April einbringen können. Auf diese Weise sollen konkrete Verbesserungen angestoßen werden.
Strategien zur Stärkung des Fußverkehrs
Im Kontext dieser Thematik hat das Bundesministerium für Verkehr (BMV) bereits 2025 eine umfassende Fußverkehrsstrategie veröffentlicht. Ziel dieser Strategie ist es, das Zufußgehen als gleichberechtigte Mobilitätsform zu stärken und die Lebensqualität in Städten zu steigern. Maßnahmen wie gesetzliche Anpassungen und gezielte Förderungen sollen dazu beitragen, dass Fußwege sicherer und barrierefreier werden. Besonders wichtig ist die Vision Zero, die eine Reduktion der Verkehrstoten um 40% bis 2030 anstrebt.
Die Finanzierung dieser Initiativen zeigt, dass der Fußverkehr als eigenständiges Handlungsfeld ernst genommen wird. Im Jahr 2024 standen 2,5 Millionen Euro für die Fußverkehrsinfrastruktur zur Verfügung. Solche Investitionen sind nicht nur ein Gewinn für die Gesundheit der Bevölkerung, sondern auch ein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.
Die Wiener Grünen haben ebenfalls die Umverteilung des Straßenraums gefordert und einen Antrag auf eine Begegnungszone in jedem Bezirk angekündigt. Dies könnte ein weiterer Schritt in Richtung einer fußgängerfreundlicheren Stadt sein, in der nicht nur die Mobilität, sondern auch die soziale Teilhabe aller Bürgerinnen und Bürger gefördert wird.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Fußverkehr ein zentraler Bestandteil einer modernen, nachhaltigen und inklusiven Mobilität ist. Es liegt an uns, diese Entwicklung aktiv zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass Wien auch in Zukunft eine Stadt bleibt, in der das Zufußgehen Freude bereitet.