In Österreich ist die Bürokratie ein ständiger Begleiter für Unternehmen und verursacht jährlich hohe Kosten. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund 21,1 Milliarden Euro gehen jährlich durch bürokratische Hürden verloren, was 669 Euro pro Sekunde entspricht. Kleine Betriebe spüren diesen Druck ganz besonders, denn sie sind oft die ersten, die unter den strengen administrativen Anforderungen leiden. Insgesamt müssen Unternehmen in Österreich jährlich 320 Millionen Arbeitsstunden für bürokratische Aufgaben aufwenden, was etwa 200.000 Vollzeitkräften entspricht, die nicht für produktive Wertschöpfung genutzt werden können.

Diese hohe Bürokratiebelastung hat gravierende Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft. Laut einer Umfrage aus November 2025 empfinden 86% der Betriebe die Bürokratie als belastend. Davon geben 24% an, dass sie sehr stark betroffen sind, während 31% die Belastung als stark und weitere 31% als mittel empfinden. Nur 3% der Unternehmen sehen sich kaum betroffen. Besonders Ein-Personen-Unternehmen (EPU) sind betroffen: Sie wenden im Schnitt rund 250 Arbeitsstunden pro Jahr für bürokratische Aufgaben auf.

Die größten Kostenfaktoren der Bürokratie

Die größten Kostenfaktoren, die zur Bürokratiebelastung beitragen, sind klar identifizierbar. Buchhaltung und Jahresabschluss machen einen erheblichen Anteil von 33% aus, gefolgt von Steuern und Abgaben mit 12% sowie Lohnverrechnung und Sozialversicherung mit 11%. Über 50% der Bürokratiekosten entfallen somit auf diese drei Bereiche. Diese Zahlen zeigen, dass ein Bürokratieabbau nicht nur wünschenswert, sondern dringend notwendig ist, um die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Österreich erreicht in der „Executive Opinion Survey“ des World Economic Forum nur 3,1 Punkte auf einer Skala von 1 bis 7, während der EU-Durchschnitt bei 3,9 Punkten liegt. Im Vergleich zu Ländern wie Finnland, die effizientere Rahmenbedingungen bieten, wird die Bürokratiebelastung als struktureller Standortnachteil wahrgenommen. Experten schätzen, dass durch einen Bürokratieabbau Einsparungen von 5-10% möglich sind, was Milliarden an Entlastungen für die Betriebe bringen könnte. Das Ziel ist es, effizientere, digitale und praxistaugliche Lösungen zu finden.

Ein Blick in die Zukunft

Die Notwendigkeit, weitere Schritte zu unternehmen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich zu stärken, ist offensichtlich. Die Wirtschaftskammer bietet auf wko.at/buerokratie-kostet konkrete Beispiele und einen Bürokratie-Kostenzähler an, um die Öffentlichkeit für dieses dringliche Thema zu sensibilisieren. Nur durch einen gemeinsamen Effort von Politik und Wirtschaft kann es gelingen, die bürokratischen Hürden abzubauen und die heimische Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.

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