Am Freitagmorgen kam es in Wien-Margareten zu einem handfesten Streit zwischen dem FPÖ-Nationalrat Harald Thau und seiner Lebensgefährtin. Passanten, die die heftige Auseinandersetzung beobachteten, alarmierten prompt die Polizei. Als die Beamten eintrafen, fanden sie Thau mit Verletzungen an Händen und Gesicht vor, während seine Lebensgefährtin unverletzt blieb. Die Situation eskalierte derart, dass beide Parteien gegenseitige Anzeigen wegen Körperverletzung erstatteten.
Wie aus Polizeikreisen verlautete, wurde gegen Harald Thau ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen. Dies ist in solchen Fällen nicht unüblich, um potenzielle weitere Konflikte zu verhindern. Nach einigen Stunden der Auseinandersetzung zogen jedoch beide Beteiligte ihre Anzeigen zurück. Thau stellte zusätzlich einen Antrag auf Aufhebung des verhängten Verbots, was die Situation weiter kompliziert.
Häusliche Gewalt im Fokus
Die Vorfälle rund um Thau sind leider kein Einzelfall. Laut dem Bundeslagebild „Häusliche Gewalt“ sind häusliche Konflikte und Gewalt in Partnerschaften ein weit verbreitetes Problem in Österreich. Im Jahr 2024 wurden 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt, was 64,3% der Fälle ausmacht. Die Zahlen zeigen einen Anstieg der Opfer von Partnerschaftsgewalt um 1,9% im Vergleich zum Vorjahr. Besonders alarmierend ist, dass rund 80% der Opfer Frauen sind, während 77,7% der Tatverdächtigen Männer.
Die häufigsten Delikte im Bereich der Partnerschaftsgewalt sind Körperverletzungen, wobei im Jahr 2024 132 Frauen und 24 Männer getötet wurden. Auch die innerfamiliäre Gewalt nimmt zu, mit 94.873 betroffenen Personen und einem Anstieg von 7,3% im Vergleich zum Vorjahr. Die Dunkelziffer ist jedoch hoch, da die Anzeigequote bei Partnerschaftsgewalt unter 5% liegt, was bedeutet, dass viele Opfer aus Angst oder Scham keine Hilfe suchen.
Hilfsmöglichkeiten und Prävention
In Anbetracht dieser besorgniserregenden Entwicklungen ist es wichtig, auf die vorhandenen Hilfsangebote hinzuweisen. Betroffene können sich unter anderem an das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016) oder das Männerhilfetelefon (0800 1239900) wenden. Weitere Anlaufstellen sind die App „Gewaltfrei in die Zukunft e.V.“, der Weiße Ring e.V. (116 006) sowie das Kinder- und Jugendtelefon (116 111). Diese Angebote sind ein erster Schritt, um den betroffenen Personen Unterstützung und Hilfe zu bieten.
Die Vorfälle um Harald Thau erinnern uns daran, dass häusliche Gewalt ein ernstes Thema ist, das nicht ignoriert werden darf. Es liegt an uns allen, das Bewusstsein dafür zu schärfen und Betroffenen zu helfen, aus der Spirale der Gewalt auszubrechen.