Am 16. Mai 2026 ist die Situation rund um die Wasserstoffbusse der Wiener Linien alles andere als rosig. In der Garage Leopoldau, einem zentralen Punkt in Floridsdorf, stehen sieben von zehn neuen Wasserstoffbussen still. Diese Busse sollten ursprünglich Ende 2025 auf der Linie 39A zwischen Heiligenstadt und Sievering eingesetzt werden – eine anspruchsvolle Strecke, die aufgrund ihrer Steigungen und der damit verbundenen Herausforderungen für die neue Antriebstechnik besonders geeignet schien. Doch nach nur fünf Monaten Betrieb sind die Fahrzeuge außer Betrieb. Das Projekt, das mehr als zehn Millionen Euro gekostet hat, zeigt einmal mehr, dass neue Technologien allein nicht genügen. Hier sind es nicht die Wasserstoffantriebe, die Probleme bereiten, sondern fehlende Ersatzteile für konventionelle Bauteile wie Türkompressoren und Monitore für den toten Winkel, die den Betrieb der Busse gefährden.

Die Wiener Linien, die sich als Vorreiter in der Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs positionieren – immerhin nutzen über 80 Prozent der Fahrgäste klimafreundliche Verkehrsmittel – setzen nun Dieselbusse als Ersatz ein. Das schmälert natürlich den ökologischen Anspruch des ehrgeizigen Projektes. Immerhin wurde die Linie 39A erst im Dezember 2025 vollständig auf Wasserstoffbetrieb umgestellt und gilt nun als die zwölfte Buslinie, die emissionslos betrieben wird. Die Wasserstoffbusse selbst sind technisch beeindruckend: Sie verfügen über einen Elektromotor mit 180 kW, eine Brennstoffzelle von Toyota mit 70 kW und gleich fünf Wasserstofftanks auf dem Dach. Ihre Reichweite soll mehr als 400 Kilometer betragen, und sie bieten Platz für 78 Fahrgäste. Irgendwie schade, dass die Technik jetzt ins Stottern gerät.

Die Herausforderungen der neuen Antriebstechnik

Was wir hier sehen, ist eine klare Lektion: Neue Antriebstechniken sind wichtig, aber ohne die notwendige Infrastruktur, Wartung und vor allem ohne funktionierende Lieferketten wird das Ganze schnell zum Debakel. Der Hersteller CaetanoBus muss bereits Vertragsstrafen zahlen – ein weiterer Dämpfer für die Hoffnung, dass Wasserstoffbusse die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Wien sein könnten. Die Busse, die jetzt in der Garage stehen, sollten eigentlich die Straßen entlasten und umweltfreundlicher machen. Doch wo bleibt der Fortschritt, wenn die Technik nicht wie geplant funktioniert?

Die Wiener Linien testen zwar auch andere Busmodelle mit Elektro- und Wasserstoffantrieb, aber die gesammelten Erfahrungen sind nun wichtiger denn je, um künftige Kaufentscheidungen zu treffen. Es ist eine Herausforderung, die nicht nur die Wiener Linien betrifft, sondern auch die gesamte Branche, die sich auf alternative Antriebe umstellen möchte. Das Bundesministerium für Verkehr fördert die Beschaffung und Umrüstung von Bussen mit alternativen Antrieben – sei es durch Batterie- oder Brennstoffzellentechnologie. Diese Maßnahmen sind entscheidend, um emissionsfreie Busse zu fördern und die Klimaziele zu erreichen. Aber wie lange müssen wir noch auf die Lösung der Probleme warten?

Für die Fahrgäste bleibt zu hoffen, dass die Wiener Linien die Situation schnell in den Griff bekommen. Irgendwie ist es ja auch ein bisschen spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden – aber die Geduld der Menschen wird nicht unbegrenzt sein. Wer will schon auf den nächsten Wasserstoffbus warten, während Dieselbusse die Straßen zurückerobern? Es bleibt also spannend, ob die Wasserstoffbusse bald wieder regulär auf der Linie 39A fahren können. Die Zukunft des öffentlichen Verkehrs in Wien hat noch einige Hürden zu überwinden.

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