Im Kärntner Lesachtal hat sich seit Donnerstagabend ein gefährlicher Waldbrand entwickelt, der die Region in Atem hält. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundesheer, Polizei, Rotem Kreuz und Bergrettung sind mobilisiert, um der Flammenmacht entgegenzutreten. Die Löscharbeiten werden am Sonntag fortgesetzt, und es ist klar, dass der Kampf gegen die Glutnester noch lange nicht vorbei ist.

Aktuell sind 360 Feuerwehrleute aus 36 Feuerwehren im Einsatz, unterstützt durch sieben Polizei- und Bundesheerhubschrauber, die aus der Luft löschen. Florian Jost vom Bezirksfeuerwehrkommando Hermagor berichtet, dass die Lage sich entspannt hat und die windstillen Bedingungen helfen, das Feuer in Schach zu halten. Die Brandfläche hat sich über Nacht nicht weiter ausgebreitet, jedoch sind einige Brandherde im westlichen Bereich nach wie vor aktiv.

Massive Einsatzkräfte und Unterstützung aus anderen Bundesländern

Insgesamt sind seit Donnerstag bereits 980 Feuerwehrleute im Einsatz gewesen, und es wurden beeindruckende 1,41 Millionen Liter Wasser verteilt, um die Flammen zu bekämpfen. Der Einsatzleiter Gerd Guggenberger hat die Aufgabe, eine Fläche von 110 Hektar zu halten, die etwa 150 Fußballfeldern entspricht. Die Bundesheerbilanz zeigt, dass 616 Tonnen Wasser und Material transportiert wurden, während die Entscheidung gegen den Einsatz eines italienischen Löschflugzeugs aufgrund von Sicherheitsrisiken und Effizienz getroffen wurde.

Die Bundesstraße B111 zwischen St. Lorenzen im Lesachtal und Maria Luggau bleibt gesperrt, um die Einsatzkräfte nicht zu behindern. Der Bürgermeister Bernhard Knotz hat die Situation als existenzbedrohend für die Landwirte bezeichnet. Trotz der ernsten Lage zeigen die Menschen vor Ort großen Zusammenhalt und unterstützen die Einsatzkräfte mit Essen und Getränken.

Ermittlungen und weitere Herausforderungen

Während die Löscharbeiten voranschreiten, ermittelt das Landeskriminalamt zur Brandursache, jedoch gibt es noch keine Erkenntnisse. Die Trockenheit und der Wind begünstigen zusätzlich die Ausbreitung des Feuers, was die Löscharbeiten erschwert. In der Nacht konnten keine Hubschrauber fliegen, und der Großteil des Löscheinsatzes erfolgt aus der Luft.

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Obwohl sich die Feuerwehrleute unermüdlich bemühen, gibt es auch verletzte Einsatzkräfte zu beklagen. Ein Feuerwehrmann wurde ins Krankenhaus gebracht, ist jedoch mittlerweile wieder zu Hause. In der angrenzenden Steiermark ist ebenfalls ein Waldbrand in der Gemeinde Gratwein-Straßengel gemeldet, wo 40 bis 50 Hektar Wald in Gefahr sind.

Die Situation im Lesachtal bleibt angespannt, und die Einsatzkräfte werden weiterhin alles daran setzen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Die nächsten Tage werden entscheidend sein, um die Region vor weiteren Schäden zu bewahren.