Im Kärntner Lesachtal ist am Donnerstagabend ein Waldbrand ausgebrochen, der sich seitdem rasant ausbreitet. Die Fläche des Feuers wuchs bis Mitternacht von 8 Hektar auf alarmierende 35 Hektar bis zum Freitagvormittag. Die Situation ist angespannt, wie auch Bürgermeister Bernhard Knotz (ÖVP) einräumt: Das Feuer ist nur 100 Meter von bewohnten Gebäuden entfernt. Die extremen Witterungsbedingungen mit Wind und Trockenheit begünstigen die Ausbreitung des Feuers zusätzlich.
Um die Flammen zu bekämpfen, sind fünf Hubschrauber sowie 23 Feuerwehren im Einsatz, die von rund 210 Feuerwehrleuten unterstützt werden. Auch das Bundesheer hat seine Hilfe angeboten, mit einem Hubschrauber (AB212), einem weiteren Hubschrauber (AW169) und einem Tanklöschfahrzeug. Die Dauer des Einsatzes bleibt ungewiss, doch der Schutz der Bevölkerung hat höchste Priorität. Der Bezirkskrisenstab unter der Leitung von Bezirkshauptmann Heinz Pansi wurde bereits aktiviert.
Löschmaßnahmen und Verkehrsbehinderungen
Der Brand brach gegen 21:30 Uhr östlich von Maria Luggau aus, und die Löschwasserversorgung gestaltet sich als schwierig. Daher wurde ein Pendelverkehr mit Tanklöschfahrzeugen eingerichtet. Die Lesachtalstraße (B111) zwischen St. Lorenzen und Maria Luggau ist bis mindestens 20:00 Uhr für den Verkehr gesperrt, Umfahrungen sind nur großräumig über Osttirol möglich.
Folgen für die Umwelt
Waldbrände haben nicht nur unmittelbare Gefahren für Menschen und Eigentum zur Folge, sondern sie beeinflussen auch die Stabilität und Vitalität der Waldökosysteme nachhaltig. Der Einfluss eines Brandes hängt von seiner Dauer, Intensität, Umfang und Art ab. Während Erdfeuer und Schwelbrände die Wurzeln und Samen schädigen, sind Boden- oder Lauffeuer für die Verbrennung der bodennahen Vegetation und der Streuauflage verantwortlich. Besonders verheerend sind Kronenfeuer und Vollfeuer, die den gesamten Baumbestand gefährden können.
Die Regeneration der Bäume wird durch diese Feuer erheblich erschwert. Außerdem entstehen während eines Waldbrandes Emissionen, die die menschliche Gesundheit beeinträchtigen können. Feinstaub, Dioxine und andere Schadstoffe werden freigesetzt, und die Senkenfunktion der Waldbestände für Kohlenstoff wird beeinträchtigt. So wurden allein im Jahr 2022 überdurchschnittliche Waldbrände verzeichnet, die knapp 0,28 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente freisetzten. Dennoch können solche Brände auch positive Auswirkungen auf die Biodiversität haben, da sie ökologische Nischen schaffen.
Die Lage im Lesachtal bleibt angespannt. Die Einsatzkräfte tun ihr Bestes, um die Flammen zu bekämpfen und die Bevölkerung zu schützen. Es bleibt zu hoffen, dass der Brand bald unter Kontrolle gebracht werden kann und die betroffenen Regionen sich schnellstmöglich von diesen verheerenden Auswirkungen erholen.