In der malerischen Steiermark, wo die sanften Hügel und die duftenden Weingärten ein traumhaftes Bild abgeben, war am Dienstag ein ganz besonderer Tag. Der steirische Diözesanbischof Wilhelm Krautwaschl verlieh zum dritten Mal den „Würdigungspreis der Diözese Graz-Seckau für vorbildliches Wirtschaften“. Die festliche Zeremonie fand im ehrwürdigen Schloss Seggau statt, und es war ein Ereignis, das nicht nur die ausgezeichneten Unternehmen in den Mittelpunkt stellte, sondern auch die Menschen, die hinter diesen Erfolgen stehen.
Acht steirische Unternehmen wurden in einem feierlichen Rahmen ausgezeichnet, und Bischof Krautwaschl legte in seinen Eröffnungsworten besonderen Wert auf den menschlichen Aspekt der Wirtschaft. Nachhaltigkeit und der Einsatz für die Mitarbeitenden waren zentrale Themen, die besonders hervorgehoben wurden. Der Preis, eine Initiative des Fonds für Arbeit und Bildung der Diözese Graz-Seckau, soll als Zeichen für Menschenwürde und soziale Verantwortung dienen.
Die Ausgezeichneten
Die geehrten Unternehmen beschäftigen insgesamt rund 3.000 Mitarbeitende und spielen eine wesentliche Rolle in der steirischen Wirtschaft. Unter den Preisträgern befinden sich die Ölmühle Fandler, Resch Elektrotechnik GmbH, 4a technology GmbH, Gölles GmbH, Martin Auer GmbH, die Genossenschaft BIO-SPHÄRE, Neuroth International AG und das Benediktinerstift Admont. Abt Gerhard Hafner, der ebenfalls an der Preisverleihung teilnahm, drückte seinen Stolz über die Schaffung von Arbeitsplätzen durch die Admonter Wirtschaftsbetriebe aus.
Ein weiterer Höhepunkt war die Anwesenheit von Spitzenvertretern der steirischen Politik und Sozialpartnerschaft. Landesrätin Simone Schmiedtbauer, Arbeiterkammerpräsident Josef Pesserl und Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk waren unter den Festgästen und zeigten sich beeindruckt von den Leistungen der ausgezeichneten Unternehmen. Peter Hochegger, geschäftsführender Vorsitzender des Fonds für Arbeit und Bildung, stellte fest, dass der Preis ein starkes Zeichen für die Verantwortung von Unternehmen in der Gesellschaft darstellt.
Ein Zeichen für Verantwortung
In einer Zeit, in der die Herausforderungen der globalen Wirtschaft immer komplexer werden, ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen wichtiger denn je. Der Klimawandel, die Bekämpfung von Armut und der Schutz der Menschenrechte sind Themen, die nicht alleine bewältigt werden können. Hier kommen Initiativen wie der Würdigungspreis ins Spiel, der Unternehmen ermutigt, sich für nachhaltige Praktiken und soziale Verantwortung einzusetzen.
Die Bundesregierung hat seit vielen Jahren die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (Corporate Social Responsibility, CSR) gefördert. Mit der Einführung des Nationalen Aktionsplans Wirtschaft und Menschenrechte (NAP) wurde ein Rahmen geschaffen, um die menschenrechtliche Lage in Lieferketten zu verbessern. Unternehmen sind aufgefordert, internationale Sozial- und Umweltstandards einzuhalten – auch wenn im Produktionsland keine entsprechenden Gesetze bestehen. Das neue Lieferkettengesetz, das am 1. Januar 2023 in Kraft trat, regelt erstmals gesetzlich die Verantwortung von Unternehmen für die Einhaltung von Menschenrechten in ihren Lieferketten.
Im Rahmen der EU-Richtlinie zur Unternehmens-Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) sind schätzungsweise 49.000 Unternehmen in der EU betroffen. Diese Richtlinie, die bis zum 4. Juli 2024 umgesetzt werden muss, fordert eine umfassendere Berichterstattung über nachhaltige Praktiken und deren Auswirkungen. Das alles zeigt, dass die Zeit reif ist für einen grundlegenden Wandel in der Unternehmensführung – weg von kurzfristigen Gewinnen hin zu einer Verantwortung, die auch zukünftige Generationen im Blick hat.