Heute, am 13. Juni 2026, versammelten sich die Besten der Besten in Kalsdorf bei Graz, um einen ganz besonderen Tag zu zelebrieren – den Fortbildungstag des Kriseninterventionsteams (KIT) des Landes Steiermark. Der Ort war festlich geschmückt, und die Atmosphäre war geprägt von einer Mischung aus Ernsthaftigkeit und Dankbarkeit. Landeshauptmann Mario Kunasek und andere prominente Persönlichkeiten, darunter der Bürgermeister von Kalsdorf, Manfred Komericky, und der Leiter der Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung, Harald Eitner, waren vor Ort, um langjährigen Mitarbeitern des KIT Anerkennung zu zollen. Diese engagierten Menschen leisten tagtäglich wertvolle Arbeit in der psychosozialen Akutversorgung und sind damit unverzichtbar für die Gesellschaft.

Die Aufgabe des Kriseninterventionsteams ist klar umrissen: Sie begleiten Betroffene in akuten Krisensituationen und bieten Unterstützung in den ersten Stunden nach belastenden Ereignissen. Dabei haben sie allein von Januar bis Mai 2026 beeindruckende 357 Einsätze geleistet – ein Anstieg von 28 % im Vergleich zum Vorjahr! Diese Zahlen sprechen für sich und zeigen, wie komplex und herausfordernd die Einsatzlagen geworden sind, seien es schwere Unfälle, Gewaltdelikte oder Naturkatastrophen. Viele der Teammitglieder bringen sich zudem ehrenamtlich ein, jonglieren zwischen Beruf, Familie und ihrem unermüdlichen Engagement.

Wertschätzung und Fortbildung

Die Auszeichnungen, die heute vergeben wurden, sind mehr als nur ein Stück Papier. Sie sind ein Zeichen der Wertschätzung für den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter für die psychosoziale Unterstützung in der Steiermark. Der Fortbildungstag bot auch interessante Vorträge zu psychosozialer Akuthilfe, die den Teilnehmenden neue Ansätze zur Qualitätssicherung und zur Zusammenarbeit im Hilfsnetzwerk näherbrachten. Austausch unter Experten ist schließlich Gold wert.

Aber was genau steckt hinter der Ausbildung der Einsatzkräfte? Gemäß den Richtlinien der International Critical Incident Stress Foundation (ICISF) wird ein umfassendes Programm angeboten, das aus mehreren Modulen besteht. Jedes Modul bringt die Teilnehmer einen Schritt näher zur eigenverantwortlichen Tätigkeit im Malteser Hilfsdienst. Dazu gehören Seminare zur Psychischen Ersten Hilfe und zur Einsatznachsorge, die die Teammitglieder auf die Herausforderungen vorbereiten, die ihnen in Extremsituationen begegnen können. Hier wird nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch die Fähigkeit, in kritischen Momenten ruhig und besonnen zu handeln.

Psychosoziale Unterstützung: Ein Muss für Einsatzkräfte

Einsatzkräfte sind oft selbst großen Gefahren ausgesetzt. Sie erleben Not, Leid und Tod hautnah und stehen dabei vor der Herausforderung, ihre eigene psychische Gesundheit zu wahren. Genau hier setzt die Einsatznachsorge an. Sie bietet Gesprächsangebote sowohl für Einzelne als auch für Teams an, um die emotionalen Belastungen nach einem Einsatz zu verarbeiten. Ziel dieser Nachsorge ist es, Belastungsreaktionen schnell abzubauen und die Einsatzkräfte zu entlasten.

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Die psychosoziale Notfallversorgung (PSNV) hat sich in den letzten Jahren zu einem zentralen Bestandteil der staatlichen Gefahrenabwehr entwickelt. Die Philosophie dahinter? Sie orientiert sich an den Fähigkeiten und Ressourcen der Betroffenen, nicht an Defiziten. Der Ansatz ist klar: Frühe psychosoziale Unterstützung kann helfen, psychische Erkrankungen zu vermeiden, wenn sie rechtzeitig bereitgestellt wird. Das ist nicht nur gut für die Betroffenen, sondern auch für die Einsatzkräfte, die besser auf Herausforderungen vorbereitet werden sollen.

Die Qualitätssicherung in der PSNV wird durch die Zusammenarbeit von Behörden, Organisationen und Wissenschaftlern gefördert. Hierzu wurden 31 Qualitätsstandards und Leitlinien verabschiedet, die als Orientierung für die praktische Arbeit dienen. Eine länderübergreifende Facharbeitsgruppe sorgt dafür, dass diese Standards auch in den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden.

Es ist ein munteres Zusammenspiel von Theorie und Praxis, das den Einsatzkräften nicht nur das nötige Handwerkszeug an die Hand gibt, sondern auch den Raum schafft, um in einem geschützten Rahmen zu lernen und sich weiterzuentwickeln. Die Herausforderungen, die an die Kriseninterventionsteams gestellt werden, sind vielfältig und verlangen nach einem ständigen Austausch und einer stetigen Weiterentwicklung der Betreuungsstandards. So wird sichergestellt, dass die psychosoziale Unterstützung in der Steiermark auch in Zukunft auf einem hohen Niveau bleibt.