Am vergangenen Samstag war es wieder einmal so weit – die Bergrettung in Weiz hatte alle Hände voll zu tun. Ein Paragleiter musste aus einem Baum befreit werden, nachdem sein Gleitschirm in etwa 150 Metern Höhe zusammenklappte. Der Pilot hatte zum Glück einen Rettungsschirm öffnen können, bevor er abstürzte. So landete er in der Baumkrone und blieb bis auf ein paar Abschürfungen weitgehend unverletzt. Das ist, ehrlich gesagt, ein kleines Wunder in solch einer Situation!

Die Bergrettungen aus Weiz und Fladnitz Teichalm waren sofort zur Stelle, um den Mann und seine beiden Gleitschirme aus ihrer misslichen Lage zu befreien. Ein bisschen Kritik wäre vielleicht angebracht, wenn man bedenkt, dass erst am Donnerstag ein anderer Paragleiter aus rund 200 Metern Höhe in St. Sebastian abstürzte und ebenfalls unverletzt in einem Baum landete. Man fragt sich, ob der Wind in den Bergen die Paragleiter nicht etwas zu oft auf die Probe stellt.

Ein tragischer Vorfall in Südtirol

Der Himmel kann jedoch auch seine Schattenseiten haben. Am Freitagmorgen kam es zu einem tödlichen Unfall am Ortler in Südtirol, als eine 29-jährige Frau aus der Region beim Paragleiten verunglückte. Sie war mit einer Gruppe zum Gipfel aufgestiegen, um mit ihrem Gleitschirm ins Tal zu fliegen. Nach dem Start geriet sie in einen Abwind, der dazu führte, dass ihr Gleitschirm einklappte. Sie stürzte etwa 500 Meter ab und landete in unwegsamem Gelände auf einem Schneefeld an der Nordwand des Ortlers. Für die junge Frau kam jede Hilfe zu spät – ein schmerzhaftes Beispiel dafür, wie schnell es gehen kann.

Die Bergrettung Sulden, die Finanzpolizei und ein Notarzthubschrauber waren im Einsatz, doch die dramatischen Umstände konnten nichts mehr retten. Solche Vorfälle werfen immer wieder Fragen zur Sicherheit beim Gleitschirmfliegen auf. Die Zahl der Gleitschirmflieger hat sich seit der Jahrtausendwende verdoppelt, und obwohl es jährlich rund neun tödliche Unfälle gibt, bleibt die Anzahl der Unfälle im Vergleich zu anderen Sportarten relativ gering.

Die Herausforderungen des Gleitschirmfliegens

Eine junge Frau aus dem Allgäu, Franka Adelgoß, bereitet sich auf ihren ersten Gleitschirmflug vor. Auf 1.300 Metern Höhe hat sie ihren Schirm ausgelegt und ist voller Vorfreude, aber auch Respekt. Sie ist noch in der Ausbildung und hat noch keine Lizenz, was bedeutet, dass sie viele Flüge sammeln und trainieren muss, um zur praktischen Prüfung zugelassen zu werden. Ihr Ausbilder Michael Bender hebt die Bedeutung des Starts hervor – und das Gespür für den Schirm. Das klingt nach einer Mischung aus Nervenkitzel und Verantwortung!

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Die Unfälle am Nebelhorn in diesem Sommer, bei denen zwei Menschen ihr Leben verloren, haben die Sicherheit in der Ausbildung verstärkt. Sicherheitsexperte Karl Slezak hat die Wetterlagen an den Unfalltagen analysiert und festgestellt, dass die Bedingungen gut waren. Ungewöhnlich, findet auch Einsatzleiter Michael Lacher von der Bergwache Oberstdorf, der die Vorfälle als tragisch beschreibt. Es bleibt die Frage, wie man das Abenteuer Gleitschirmfliegen sicherer gestalten kann, ohne den Reiz zu verlieren.

Für viele ist das Fliegen ein Traum, den sie sich erfüllen wollen. Und so bleibt das Gleitschirmfliegen ein faszinierender, wenn auch herausfordernder Sport – voller Höhen und Tiefen. Es ist wichtig, sich der Gefahren bewusst zu sein, aber auch den Spaß und die Faszination nicht zu verlieren. Denn eines ist sicher: Der Wind in den Lüften ist immer ein wenig unberechenbar.