Im Bezirk Weiz wird es gerade richtig spannend! Die Wirtschaftskammer hat die Dringlichkeit des Ausbaus der B 72, auch bekannt als Weizer Straße, ins Rampenlicht gerückt. Besonders im Norden des Bezirks zieht sich ein Kilometer der B 72 wie ein unvollendetes Puzzle durch die malerische Landschaft, und das, wo die Region so viel Potenzial hat. In der Marktgemeinde Birkfeld, genauer gesagt in Rosegg, wartet dieser Abschnitt nur darauf, endlich fertiggestellt zu werden.
Im April 2023 wurden die notwendigen Erkundungsbohrungen abgeschlossen. Das klingt vielleicht nicht nach viel, aber das ist der erste Schritt zu einem umfassenden geologisch-geotechnischen Gutachten, das uns bald verraten wird, wie sich die Kosten und der Nutzen dieses Projekts verhalten. Bis zum Sommer 2023 soll die Analyse mit den Trassenempfehlungen vorliegen – und wir sind gespannt, welche Varianten da auf dem Tisch liegen werden. Wichtig dabei: Alle Vorschläge berücksichtigen ausreichend Platz für die Feistritztalbahn. Schließlich möchte man ja die Verkehrsentwicklung in der Region zukunftsorientiert gestalten.
Die Stimme der Wirtschaft
Andreas Schlemmer, der Regionalstellenleiter der WKO Weiz, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Bedeutung dieses Themas im Zusammenhang mit dem Landesbudget immer wieder in Erinnerung zu rufen. Und das ist auch dringend nötig, denn das Obere Feistritztal beherbergt über 12.000 Einwohner und etwa 4.300 Beschäftigte in rund 1.330 Arbeitsstätten. Das ist eine beachtliche Zahl, die zeigt, wie wichtig eine gut ausgebaute Verkehrsverbindung für die Region ist. Viele Berufstätige pendeln täglich in die Industrie- und Gewerberegionen Weiz und Gleisdorf. Ein zukunftssicherer Ausbau der B 72 könnte hier die Lebensqualität und die wirtschaftlichen Möglichkeiten erheblich verbessern.
Die WKO hat nicht nur Forderungen aufgestellt, sondern auch aktiv gehandelt: An einer Tafel am Standort GIZ Rosegg wurde ein Plakat mit der Botschaft des raschen Ausbaus der B 72 montiert. Lustigerweise hing das Plakat vorher an einer Hütte der Feistritztalbahn, musste aber nach einer behördlichen Aufforderung entfernt werden. Der Grund? Eine mangelhafte Trägerkonstruktion! Das hat der GIZ-Besitzer Vinzenz Harrer festgestellt. Die WKO hat die Entfernung selbst durchgeführt – ein Zeichen dafür, wie ernst es ihnen ist.
Pendeln als Teil des Lebens
Und während wir hier über Verkehr reden, ist Pendeln ein Thema, das auch in Deutschland immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Rund 60 % der Arbeitnehmer pendeln zur Arbeit, und die Zahlen steigen weiter an. Zum Stichtag 30. Juni 2024 waren es 20,59 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, die in einer anderen Gemeinde arbeiteten als sie wohnten. Das zeigt, wie wichtig eine gute Verkehrsanbindung ist – auch für die Menschen, die regelmäßig zwischen Wohnort und Arbeitsplatz hin und her fahren.
Die durchschnittliche Pendelstrecke lag dabei bei 17,2 Kilometern, und viele Pendler legen sogar noch größere Distanzen zurück. In einer Zeit, in der immer mehr Menschen auf der Suche nach besseren beruflichen Möglichkeiten sind, wird die Anbindung durch Straßen und Schienen zur Lebensader einer Region. Für das Obere Feistritztal könnte der Ausbau der B 72 nicht nur den Pendlern zugutekommen, sondern auch die gesamte Wirtschaft ankurbeln und das Leben der Bewohner erleichtern.
Es bleibt also spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die WKO hat die Weichen gestellt, und nun sind die Entscheidungsträger gefordert, mit Weitblick und Weitsicht zu handeln. Wir dürfen gespannt sein, was der Sommer 2023 für das Obere Feistritztal bringen wird!