Ein Grund zum Feiern: 600 Absolventen stärken die Palliativversorgung in der Steiermark
Heute ist der 16.06.2026 und in der Steiermark gibt es einen Grund zum Feiern! Über 600 Absolventinnen und Absolventen haben in den letzten zwei Jahrzehnten einen Palliativ-Basislehrgang erfolgreich abgeschlossen. Dieser Lehrgang, der vom Katholischen Bildungswerk der Diözese Graz-Seckau in Zusammenarbeit mit der Universitären Palliativmedizinischen Einrichtung am LKH-Universitätsklinikum Graz angeboten wird, bereitet die Teilnehmenden darauf vor, Menschen mit schweren Erkrankungen sowie deren Angehörige einfühlsam zu begleiten. Ein ganz wichtiges Thema in unserer Gesellschaft, das oft zu kurz kommt.
Bei einem Festakt im Grazer Minoritensaal würdigte Bischof Wilhelm Krautwaschl den hohen Wert dieser Ausbildung. Es ist nicht nur eine Frage der medizinischen Versorgung, sondern auch eine Angelegenheit des Herzens, so könnte man sagen. Palliativversorgung bedeutet, die Würde des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig das Recht auf Bildung zu respektieren. So wurde der Lehrgang „Interprofessioneller Palliativ-Basislehrgang“ ins Leben gerufen, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden.
Ein ganzheitlicher Ansatz für die Palliativmedizin
In den späten 1990er Jahren begann Österreich, die Palliativversorgung auszubauen, und die politischen Initiativen, die Anfang der 2000er Jahre folgten, haben viel bewirkt. Gian Domenico Borasio, ein früherer Palliativmediziner, hat die positiven Auswirkungen der Palliativbegleitung hervorgehoben. Weniger Depressionen, höhere Lebensqualität und sogar geringere Kosten sind nur einige der Vorteile, die eine frühzeitige Palliativpflege mit sich bringen kann. Das ist ja schon fast ein Wunder! Aber wie immer gibt es auch Widerstand. Wirtschaftliche Interessen stehen einer breiten Akzeptanz der Palliativmedizin oft im Weg.
Wichtig zu wissen: Palliativmedizin wird oft fälschlicherweise als reine Sterbebegleitung angesehen. Dabei kann die palliative Begleitung schon frühzeitig beginnen – sogar parallel zu einer krankheitsbehandelnden Therapie! Man kann sich das so vorstellen: Während die Chemotherapie gegen den Krebs läuft, bekommt der Patient gleichzeitig Unterstützung bei Schmerzen oder Angst. Das ist nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig, um die Lebensqualität zu erhalten und zu verbessern. Eine ganzheitliche Sichtweise ist hier gefragt: Psychische, soziale und spirituelle Aspekte spielen eine große Rolle – von der Angstbewältigung über Vorsorgevollmachten bis hin zu Sinnfragen, die im Angesicht von Krankheit aufkommen.
Eine Ausbildung mit Tiefgang
Der aktuelle Lehrgang 2025/2026 bietet 30 ECTS-Punkte und umfasst über 700 Stunden an Arbeitsaufwand, inklusive Praktika und Projektarbeiten. Die Zielgruppe sind Ärztinnen und Ärzte, Mitarbeitende der Gesundheits- und Krankenpflege sowie Psychologinnen und Psychologen. Auch ehrenamtlich Tätige, die bereits Erfahrung im Bereich der Palliativversorgung haben, sind herzlich willkommen. Die Ausbildung wurde 2006 unter der Leitung der Caritas ins Leben gerufen und ist seit 2021 im Katholischen Bildungswerk der Diözese Graz-Seckau verankert. Eine echte Erfolgsgeschichte, die zeigt, wie wichtig es ist, in der Palliativmedizin gut ausgebildet zu sein.
Und denken wir an die kleinen Dinge, die oft übersehen werden: Auch Apotheken spielen eine entscheidende Rolle in der palliativen Versorgung. Sie bieten nicht nur die nötigen Medikamente, sondern auch Beratung und Unterstützung für Betroffene und deren Angehörige. Nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Lagerung, Mundpflege oder Atemübungen sind ebenfalls Teil des großen Ganzen. Palliativversorgung ist also weit mehr als nur die Behandlung von Symptomen – sie ist ein Netzwerk aus vielen Fäden, die zusammen ein Bild von Menschlichkeit und Mitgefühl ergeben.
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