In Kleinzell wird die Frage gestellt, wie das Alter wirklich geht. Die Ausstellung „Wie geht’s Alter“ im Rahmen des Projekts „Wohnen mit Service“ hat nicht nur die Türen geöffnet, sondern auch die Herzen der Besucher. Hier wird das Thema Älterwerden in all seinen Facetten beleuchtet. Von Wohnen über Pflege bis hin zu den Herausforderungen, die eine generationengerechte Gemeinde mit sich bringt – es gibt viel zu diskutieren.

Bürgermeister Klaus Falkinger bringt es auf den Punkt: Gemeinschaftliches Wohnen und ehrenamtliches Engagement sind die Schlüssel zu einem lebenswerten Miteinander. Die Ausstellung präsentiert neue Wohnformen und Ideen, die älteren Menschen ein selbstständiges Leben ermöglichen sollen. Dabei wird auch die soziale Isolation angesprochen, ein Thema, das Bernhard Lang vom Sozialsprengel Oberes Mühlviertel mit seiner eindringlichen Ansprache in den Fokus rückt. „Einsamkeit kann jeden treffen“, sagt er und zeigt Wege auf, wie man dieser entgegentreten kann. Die Verbindung von Wohnen, Gemeinschaft und Lebensqualität zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Veranstaltung.

Ein Blick auf die Zukunft des Wohnens

Bezirkshauptmann Valentin Pühringer hebt hervor, wie wichtig Projekte zur Belebung der Ortskerne sind. „Wir müssen Angebote für alle Lebensalter schaffen“, so sein Appell an die Gemeinde. Ein Beispiel dafür ist die Bewohnerin Franziska „Fanei“, die mit ihren 82 Jahren persönliche Geschichten und Gedichte über das Leben teilt. Ihre Worte berühren und lassen die Zuhörer nachdenklich zurück.

Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Am Horizont zeichnet sich ein neues Modellprogramm ab: „AGIL – Altersgerecht, gemeinschaftlich und inklusiv leben“, welches am 1. März 2024 vom Bundesseniorenministerium ins Leben gerufen wird. Hier wird der Fokus auf innovative Projekte gelegt, die generationengerechtes Wohnen und lebendige Nachbarschaften fördern. Bis zu 15 bundesweite Investitions- und Bauprojekte sollen gefördert werden, und die Bewerbungsfrist läuft bis 30. April 2024. Das klingt vielversprechend, oder?

Gemeinschaft und Teilhabe stärken

„Wohnen Plus“ – das ist das Schlagwort, das neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens beschreibt. Die Idee ist, nicht nur Wohnraum zu schaffen, sondern auch Gemeinschaft und Teilhabe zu fördern. Technische Lösungen und Barrierefreiheit spielen dabei eine tragende Rolle. Projekte, die Pflege-, Unterstützungs- oder Beratungsangebote integrieren, sollen den nachbarschaftlichen Austausch und sozialen Zusammenhalt stärken. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, um selbstbestimmtes Wohnen im Alter zu ermöglichen.

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Ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen gehört ebenfalls zu den Zielen des Programms. Man könnte sagen, dass dies eine Art der Rückbesinnung auf die Werte ist, die in vielen Gemeinden nach wie vor hochgehalten werden. In einer Zeit, in der die Digitalisierung unaufhaltsam voranschreitet, ist es wichtig, auch den menschlichen Aspekt nicht zu vernachlässigen. Der Blick auf das Alter ist nicht nur eine Frage des Wohnens, sondern auch eine des Lebensgefühls.

Mit diesen Initiativen und dem Engagement vor Ort wird deutlich, dass die Gemeinden, wie Kleinzell, an einem Strang ziehen. Sie wollen nicht nur die Herausforderungen des Alters annehmen, sondern aktiv gestalten und neue Wege finden. Das ist nicht nur mutig, sondern auch notwendig – denn es betrifft uns alle. Und vielleicht ist es gerade das, was uns als Gesellschaft stärker macht.