Am 30. April 2026 kam es auf einer Großbaustelle im Stadtteil Wagram zu einem dramatischen Einsatz, als ein Bauarbeiter schwere Beinverletzungen im zweiten Obergeschoss eines Rohbaus erlitt. In den frühen Bauphasen war ein regulärer Abtransport über das Stiegenhaus nicht möglich, da der Zugang zu den oberen Stockwerken nur über Leitern erreichbar war. Die Situation erforderte schnelles Handeln und präzise Koordination zwischen den Rettungskräften.
Der Rettungsdienst übernahm die medizinische Erstversorgung des verletzten Bauarbeiters, während die Feuerwehr St. Pölten-Wagram alternative Rettungswege erkundete. Nach der Stabilisierung des Patienten wurde eine Kranrettung als die beste Option gewählt. Für diese spezielle Rettungsaktion wurde eine Vakuummatratze und eine Korbschleiftrage vorbereitet, um eine sichere und schonende Beförderung zu gewährleisten.
Innovative Rettungstechnik
Die Vakuummatratze, die in diesem Einsatz verwendet wurde, besteht aus einer luftdichten Hülle mit formbaren Füllkörpern, meist Polystyrolkügelchen. So kann sie sich der Körperform des Patienten anpassen und verhärten, was eine stabile, großflächige Immobilisation ermöglicht. Diese Technik ist besonders vorteilhaft, um eine individuelle Anpassung an die Anatomie und das Verletzungsmuster zu gewährleisten. In der Regel werden Vakuummatratzen vor allem für den Transport eingesetzt, weniger für zeitkritische Rettungen aus Gefahrenbereichen. Dennoch wurde in diesem Fall die schnelle und präzise Handhabung der Matratze entscheidend für die Rettung.
Nachdem die Korbschleiftrage sicher an den Turmdrehkran der Baustelle angeschlagen worden war, begleitete ein Feuerwehrmitglied mit einem 5-Punkt-Sicherheitsgeschirr den Patienten während des Schwebefluges. In weniger als einer Minute wurde der Bauarbeiter vom zweiten Stock auf Straßenniveau gehoben, wo er umgehend an die Besatzung des Rettungswagens übergeben wurde, um ins Krankenhaus transportiert zu werden.
Herausforderungen auf Baustellen
Die Bauwirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland, wo sie im Jahr 2018 die höchste Unfallquote verzeichnete. Arbeitsbedingungen auf Baustellen sind durch ständige Veränderungen, ungünstige Witterungseinflüsse und hohen Zeitdruck geprägt. Um den Arbeitsunfällen und Berufserkrankungen entgegenzuwirken, wurden gesetzliche Regelungen erlassen, die Sicherheit und Gesundheitsschutz auf Baustellen gewährleisten sollen.
Wichtige Vorschriften wie die Arbeitsstättenverordnung und die Betriebssicherheitsverordnung sind darauf ausgelegt, die Sicherheit beim Einsatz von Arbeitsmitteln und die Gesundheit der Beschäftigten zu gewährleisten. Auch für den Einsatz von Kranen und das Arbeiten in der Höhe gibt es spezifische Regelungen, die in der Baustellenverordnung festgehalten sind. Diese Vorgaben sind entscheidend, um die Risiken für Bauarbeiter zu minimieren und ihre Sicherheit zu erhöhen.
Abschließend gebührt allen Beteiligten, insbesondere den Blaulichtorganisationen und den Bauarbeitern, ein großer Dank für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit in dieser herausfordernden Situation. Nur durch den gemeinsamen Einsatz konnte der verletzte Bauarbeiter schnell und sicher gerettet werden.