Am vergangenen Freitag war es wieder so weit: Die Kyu-Prüfung der Union Judo Mifune St. Pölten stand auf dem Programm. Ein wichtiger Termin im Vereinsjahr, der nicht nur für die Judoka, sondern auch für Trainer und Zuschauer ein Highlight darstellt. Die Judoka aller Altersklassen zeigten dabei ein beeindruckendes technisches Niveau. Von den Grundtechniken über Wurfausführungen bis hin zur Bodenarbeit und den Kombinationen – die Vielfalt der Techniken war groß.

Die Atmosphäre in der Dojo war elektrisierend. Die Prüflinge führten ihre Techniken ruhig und kontrolliert aus, und das Trainerteam sowie die Prüfer waren sichtlich zufrieden mit den Leistungen. Die Gruppen hatten sich bestens vorbereitet und erfüllten alle Anforderungen, was die Professionalität und das Engagement der Judoka unterstreicht. Die Kyu-Prüfung markierte einen bedeutenden Schritt in der technischen Entwicklung vieler Sportler, und die Union Judo Mifune St. Pölten gratulierte den Prüflingen herzlich zu ihren neuen Gürteln. Ein besonderer Dank gilt auch dem Trainerteam und den Prüfern für ihre professionelle Vorbereitung und Durchführung.

Neues Kyu-Graduierungssystem

Die Kyu-Prüfung fand in einem spannenden Kontext statt, da der Deutsche Judo-Bund (DJB) das Kyu-Graduierungssystem überarbeitet hat. Unter der Leitung von Ralf Lippmann und Andreas Kleegräfe wurde ein neues Konzept entwickelt, das Tradition und Moderne miteinander verbindet. Ziel ist es, klare Standards zu schaffen und gleichzeitig Flexibilität zu ermöglichen. Der Fokus liegt auf einem modernen Technikverständnis und der Kompetenzorientierung, wobei individuelle Entwicklungen der Judoka berücksichtigt werden.

Interessant ist, dass der Einstieg in den Judosport nun vereinfacht wird. Für den 8. Kyu ist kein spezifisches Fertigkeitsniveau mehr erforderlich; stattdessen wird ein Grundverständnis von Judo vorausgesetzt. Der weiß-gelbe Gürtel, als „Einstiegsgürtel“ eingeführt, wird nicht mehr Teil des offiziellen Graduierungssystems sein, sondern kann in Schnupperkursen und Projekten vergeben werden, auch ohne Vereinszugehörigkeit. Das Motto „Der weiß-gelbe Gürtel, dein erster Schritt zum schwarzen Gürtel“ spricht für sich.

Die Zukunft des Judo in Österreich

Am 1. Januar 2024 wird das neue Kyu-Graduierungssystem in Kraft treten, nach einer anderthalbjährigen Übergangsphase. Dabei werden die Anforderungen für die verschiedenen Kyu-Grade Bestandteil der Graduierungsordnung des DJB sein. Bei einem kürzlich stattgefundenen Lehrgang, organisiert vom Niedersächsischen Judobund, wurden bereits die neuen Kriterien diskutiert. Diese umfassen Wissen, Selbstständigkeit und Sozialkompetenz, Aspekte, die bisher in herkömmlichen Prüfungen nicht berücksichtigt wurden.

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Die eigentliche Graduierung beginnt mit dem 7. Kyu, und Großmeister Klaus Glahn demonstrierte bei diesem Lehrgang beeindruckende Ashi-waza Techniken. Die lebhafte Atmosphäre und die schnellen Fortschritte der Teilnehmer zeigten, dass das neue System auf großes Interesse und Engagement stößt. Mit dieser Weiterentwicklung wird das Judo in Österreich und Deutschland nicht nur attraktiver, sondern auch zugänglicher für alle Interessierten.

Insgesamt war die Kyu-Prüfung in St. Pölten ein voller Erfolg und ein wichtiger Schritt in die Zukunft des Judosports in der Region.