Am 29.04.2026 öffnete die „MAG Menschen und Arbeit GmbH“ in St. Pölten, Niederösterreich, ihre Türen für Interessierte und stellte ihr wichtiges Projekt „Pflegewege klar gemacht“ vor. Dieser Tag der offenen Tür war nicht nur eine Gelegenheit, die Einrichtung kennenzulernen, sondern auch ein bedeutender Schritt zur Sicherstellung der Pflegequalität in der Region. Die Initiative konzentriert sich auf die Sicherung von Pflegepersonal und die Integration von Arbeitssuchenden, ein Thema, das in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist.
Vor über einem Jahr wurde die Beratungs- und Betreuungseinrichtung ins Leben gerufen, und seitdem konnten mehr als 3.100 Menschen bei ihrer beruflichen Orientierung unterstützt werden. Um die Eignung für Pflegeberufe zu überprüfen, kommen eigens entwickelte Tools, Kompetenztests und Laufbahnanalysen zum Einsatz. Das Ziel ist klar: Interessierte auf Pflegeberufe vorzubereiten und geeignete Kandidaten in Programme wie „Pflege Chance NÖ“ zu vermitteln. Dies wurde auch von der Arbeitsmarkt-Landesrätin Susanne Rosenkranz betont, die die regionale Bedeutung der Initiative und die Notwendigkeit einer hohen Pflegequalität hervorhob.
Wichtige Unterstützung für Pflegekräfte
Die AMS Niederösterreich-Chefin Sandra Kern unterstrich die Bedeutung von Orientierung und Begleitung für den Einstieg in die Pflege. In einem Berufsfeld, das von Herausforderungen geprägt ist, ist es entscheidend, dass neue Pflegekräfte die richtige Unterstützung erhalten. Robert Lagler, Geschäftsführer von MAG, ergänzte, dass klare Strukturen und transparente Wege zur Gewinnung von Pflegekräften unerlässlich sind. Diese Aussagen spiegeln die allgemeine Dringlichkeit wider, die der Pflegebereich in Österreich derzeit hat.
Die demografischen Entwicklungen und veränderten Krankheitsbilder stellen neue Anforderungen an die Langzeitbetreuung und -pflege. Es wird geschätzt, dass von 2023 bis 2030 rund 51.000 zusätzliche Pflege- und Betreuungskräfte benötigt werden, um die wachsende Nachfrage zu decken. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde das Entgelterhöhungs-Zweckzuschussgesetz (EEZG) ins Leben gerufen, das darauf abzielt, die Bezahlung des Pflegepersonals zu verbessern.
Attraktivität der Pflegeausbildung steigern
Ein weiterer wichtiger Schritt ist das Pflegeausbildungs-Zweckzuschussgesetz (PAusbZG), das seit Juli 2022 gilt. Es soll die Pflegeausbildung finanziell attraktiver machen, indem der Bund Zweckzuschüsse für Ausbildungsbeiträge bereitstellt. Zielgruppen sind insbesondere Personen in Pflege- oder Betreuungsausbildung, die keine existenzsichernden Leistungen vom AMS erhalten. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die Attraktivität der Pflegeausbildung zu steigern und Abbrüche zu vermeiden. Rund 127.000 Personen sind derzeit in Österreich im akutstationären Bereich oder in der Langzeitpflege beschäftigt, doch 65% der Befragten im Pflegesektor halten es für unwahrscheinlich, bis zur Pension in diesem Beruf zu bleiben.
Die kontinuierliche Überwachung der Personalsituation und der Auswirkungen auf die betreuten Personen ist ebenfalls von großer Bedeutung. Die Pflegereporting-Plattform bietet interaktive Online-Indikatoren, die Wissenschaftler:innen, Expert:innen und die interessierte Bevölkerung über die aktuellen Entwicklungen im Pflege- und Betreuungssystem informieren.
Insgesamt zeigt die Initiative der „MAG Menschen und Arbeit GmbH“ in St. Pölten, wie wichtig es ist, die Pflegeberufe in den Fokus zu rücken und die Rahmenbedingungen für Pflegekräfte und Auszubildende zu verbessern. Nur so kann die Pflegequalität in Niederösterreich langfristig gesichert werden.