Heute ist der 14.05.2026 und wir blicken auf eine interessante Veranstaltung der Regionauten-Community in Hollabrunn zurück. Anke Dorothea Schneider und Manuela Jeindl haben in ihrem Bericht über die Herausforderungen gesprochen, mit denen besonders Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und familiengeführte Betriebe konfrontiert sind. Die Bürokratie, das leidige Thema, das viele Unternehmer frustriert, war natürlich ein großes Thema. Es ist schon fast tragisch, wie viel Zeit und Energie in das Bewältigen von Vorschriften fließt, während die eigentliche Arbeit oft auf der Strecke bleibt.

Wie die beiden Berichterstatterinnen feststellten, ist die Überlastung durch Bürokratie für alle Unternehmen eine tägliche Realität. Das trifft besonders hart die EPU, denn hier liegt die gesamte Verantwortung auf den Schultern einer einzigen Person. Sie müssen sich durch ein Dickicht von Gesetzen kämpfen, ohne rechtliche Unterstützung oder Compliance-Verantwortliche im Rücken. Das ist wie ein ständiger Balanceakt auf einem Seil – und das ganz ohne Sicherungsnetz.

Bürokratie als Wachstumsbremse

Aber das ist nicht nur ein österreichisches Phänomen. Ein Blick über die Grenze nach Deutschland zeigt, dass die dortige Wirtschaft ebenfalls unter bürokratischen Belastungen ächzt. Eine Umfrage des ifo-Instituts hat ergeben, dass 90% der Unternehmen seit 2022 von gestiegenen bürokratischen Anforderungen berichten. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld – Hunderte Milliarden Euro, um genau zu sein. Frank Walter, ein Unternehmer aus Kassel, hat sogar eine „Quäl-Liste“ erstellt, auf der er die neuen Vorschriften dokumentiert, die ihm das Leben schwer machen.

Das klingt nach einem echten Albtraum, oder? Und während die Bürokratie in Deutschland seit 2011 um 27,1 Milliarden Euro gestiegen ist, warten die Bürger und Unternehmen immer noch auf eine echte Entlastung. Ifo-Chef Clemens Fuest hat die hohe Anzahl neuer Gesetze unter Wirtschaftsminister Robert Habeck scharf kritisiert. Ein Beispiel aus der Praxis: Die Nachhaltigkeitszertifizierung für Biogas-Anlagen zieht Kosten von etwa 20.000 Euro jährlich nach sich – ein Betrag, der kaum einen praktischen Nutzen bringt.

Ein Lichtblick in der Dunkelheit?

Es gibt auch Stimmen, die nach Lösungen rufen. Johannes Ludewig, ein früherer Chef des Normenkontrollrats, fordert Praxis-Checks vor der Verabschiedung neuer Gesetze. Das könnte vielleicht helfen, die unnötigen Hürden abzubauen. Und die bayerische Staatsregierung hat einen Praxis-Check durchgeführt, der bestätigte, dass es bei Biomasse kein Nachhaltigkeitsproblem gibt – doch die Änderungen blieben aus. Das frustriert nicht nur Unternehmer, sondern auch die Bürger, die oft nur auf den nächsten Bürokratiemonster warten.

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Ein einfacher Ansatz, wie die „One in, two out“-Regelung, könnte vielleicht für Erleichterung sorgen: Für jedes neue Gesetz mit Belastung sollen zwei alte Gesetze abgeschafft werden. Aktuell gilt zwar die „One in, one out“-Regelung, aber die wird nicht konsequent umgesetzt. Dabei wäre es so einfach, die Bürokratie auf ein schwedisches Niveau zu senken – dort brauchen Unternehmen für Steuererklärungen im Schnitt nur 122 Stunden, während deutsche Firmen fast doppelt so lange daran sitzen.

Was bleibt, ist die Hoffnung, dass sich die Dinge irgendwann bessern. Vielleicht wird die Bürokratie eines Tages nicht mehr als Wachstumsbremse fungieren, sondern als Katalysator für Innovation und Fortschritt. Bis dahin bleibt Unternehmern nichts anderes übrig, als sich durch das bürokratische Dickicht zu kämpfen und dabei die Nerven zu bewahren.