Heute ist der 6.05.2026, und während die Sonne sanft über St. Veit an der Glan scheint, brodelt es unter der Oberfläche. Der Fachkräfte- und Lehrlingsmangel ist ein heißes Thema, das Unternehmer in der Region beschäftigt. In Kärnten wird leidenschaftlich darüber diskutiert, und es ist klar, dass die Herausforderungen nicht nur von der Wirtschaft, sondern auch von den Ausbildungseinrichtungen selbst kommen.

Ein Beispiel ist Gustav Ballon, der Inhaber einer Kfz-Werkstatt in Lebmach. Trotz einer vollen Auftragslage hat er Schwierigkeiten, Lehrlinge zu finden. Der Grund? Die Berufsschulzeiten passen einfach nicht zu den Hochsaison-Anforderungen seines Betriebs. Das ist frustrierend, denn Ballon würde sofort Lehrlinge einstellen, wenn die Schulzeiten besser mit den Bedürfnissen der Branche harmonieren würden.

Die Problematik der Schulzeiten

Ähnlich sieht es bei der Dachdeckerei Taumberger in Liebenfels aus, die keine Lehrlinge mehr ausbildet. Von Mai bis Juli und von September bis Ende November ist die Berufsschule für Dachdecker in Spittal an der Drau, und diese fixen Zeiten stehen im direkten Konflikt mit den saisonalen Anforderungen. Es scheint so, als wären die früheren Schulzeiten besser auf die Bedürfnisse der Betriebe abgestimmt gewesen. Der Druck wächst, die Ausbildungssysteme zu überdenken, um eine bessere Balance zwischen Theorie und Praxis zu finden.

Die Fachberufsschulen in Villach 2 und Wolfsberg unterrichten Kfz-Lehrlinge, und auch hier ist es eine Herausforderung, die Schulzeiten so zu gestalten, dass sie den Betrieben entgegenkommen. In der dualen Ausbildung sind pro Lehrjahr zehn Wochen Berufsschule mit mindestens 90 Prozent Anwesenheit gefordert, was zusätzlichen Druck auf die jungen Leute ausübt. Schulleiterin Claudia Körbler von der Fachberufsschule Spittal an der Drau erklärt, dass die Lehrlinge in unterschiedlichen Turnussen im Haus sind, um diese Probleme mit den Betrieben auszugleichen.

Der Dialog zwischen Schulen und Betrieben

Die Schulen sind bereit, Lösungen zu finden und stehen jederzeit für Gespräche mit den Lehrbetrieben zur Verfügung. Es ist wichtig, dass auch die Berufsschulen versuchen, passende Zeiten für den Unterricht in Absprache mit den Unternehmen zu finden. Doch ob dies ausreicht, um den akuten Fachkräftemangel zu beheben? Die Zahlen sprechen für sich. Laut der Statistik der Arbeitsagentur wird der Bedarf an Fachkräften in vielen Branchen weiterhin steigen. Es ist eine Herausforderung, die man nicht ignorieren kann.

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Wie sich das auf die Region auswirken wird, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben dringend nötig ist, um die Ausbildung zukunftsfähig zu gestalten. Denn ohne die richtigen Fachkräfte wird es schwierig, die Wirtschaft am Laufen zu halten. Der Dialog ist eröffnet – jetzt liegt es an allen Beteiligten, die richtigen Weichen zu stellen.