Ausbildungsnotstand: Jugendliche im Kampf gegen bürokratische Hürden
In Eisenstadt und Neusiedl, wo die Sonne oft über den sanften Hügeln strahlt, stehen 101 Jugendliche vor einer ungewissen Zukunft. Die überbetriebliche Lehrausbildung könnte ab Anfang August für rund zehn Wochen auf Eis gelegt werden – und das aus einem Grund, der nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für die gesamte Region brisant ist: ein Vergabestreit zwischen dem AMS Burgenland und der Wirtschaftskammer. Ein Rosenkrieg, könnte man sagen, der die Wege der jungen Menschen zur beruflichen Ausbildung blockiert.
Der Streit entzündet sich an der Vergabe der Lehrausbildung, die das AMS Burgenland nun neu ausschreiben muss. Das Landesverwaltungsgericht hatte im Mai die frühere Vergabe für rechtswidrig erklärt – eine Entscheidung, die nicht nur die bestehenden Verträge auf den Prüfstand hob, sondern auch die Verantwortlichkeiten neu sortierte. Die Wirtschaftskammer hatte vor Gericht geklagt, weil das Angebot des WIFI, dem Wirtschaftsförderungsinstitut, nicht in die Überlegungen einfloss. Das Gericht gab der Kammer recht, und seither steht die Ausbildung der Jugendlichen auf der Kippe. Ein echter Schlamassel!
Die Lücke der Ausbildung
AMS-Geschäftsführerin Helene Sengstbratl äußerte sich besorgt und meinte, die Ausbildungslücke hätte vermieden werden können, wenn die Wirtschaftskammer ihren Nachprüfungsantrag zurückgezogen hätte. Doch diese sah sich in ihrer Kritik an der Ausschreibung bestätigt und hält den Antrag für gerechtfertigt. WK-Direktor Harald Schermann erklärt, dass die Verantwortung für die missliche Lage beim AMS liege und dass eine rechtskonforme Neuvergabe jederzeit möglich sei. Das klingt nach einem echten Hürdenlauf, wo am Ende die Jugendlichen die Leidtragenden sind.
In der Zwischenzeit wird das AMS nicht müde, die Dinge voranzutreiben. Sie planen, die Bildungsmaßnahmen mit einer neuen Ausschreibung Mitte Oktober wieder aufzunehmen. Allerdings ist das nicht ohne weiteres möglich. Eine Überbrückungsvergabe steht nicht zur Verfügung, da die Wirtschaftskammer eine einstweilige Verfügung erwirkt hat. Das bedeutet: Die Zeit tickt, und während die Behörden im Büro ihre Papiere wälzen, warten die Jugendlichen auf eine Perspektive.
Ein Blick zurück und nach vorne
Interessant ist, dass das WIFI, das in den vergangenen Jahren maßgeblich an der Durchführung der Lehrausbildung beteiligt war, 2025 aus dem Spiel genommen wurde. Dennoch wurde es erneut eingeladen, ein Angebot vorzulegen, aber ohne Erfolg – das Logo eines Mitbewerbers zierte gar die Ausschreibungsunterlagen. Ein mehr als unglücklicher Fauxpas! Schermann von der Wirtschaftskammer ist sich sicher, dass es hier um die beruflichen Chancen junger Menschen geht. Und diese sollten nicht in einem bürokratischen Schlamassel enden.
So bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt. Der Fokus sollte jetzt auf den Jugendlichen liegen, die eine Ausbildung suchen. Sie sind die Zukunft und verdienen eine faire Chance. Es wäre schade, wenn ihre Träume durch einen Vergabestreit auf der Strecke blieben.
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