In den frühen Stunden des 6. November 2025, als die Nacht in Wien-Ottakring noch jung war, entglitt ein Streit über Geld in eine tragische Schießerei. In der Payergasse, vor einem Kebab-Lokal, kam es zu einem Vorfall, der die Gemüter erregt und das Leben eines 33-jährigen Tschetschenen gefordert hat. Der Mann, ein Kampfsportler, wurde durch einen Schuss ins Herz tödlich verletzt. Auch ein 55-jähriger Serbe wurde schwer verletzt, als er am Bauch getroffen wurde. Ein Unglück, das die Menschen in der Nachbarschaft schockierte und Fragen aufwarf.

Die Staatsanwaltschaft ließ nicht lange auf sich warten und erhob eine Mordanklage gegen drei Männer. Der Hauptangeklagte, ein 34-jähriger, wird als unmittelbarer Täter geführt. Ein 36-Jähriger und ein 39-Jähriger stehen in Verdacht, als Beitragstäter gehandelt zu haben, indem sie den Schützen zum Tatort begleiteten und ihn anstifteten. Interessanterweise war der 39-Jährige mit einer Glock-Pistole bewaffnet. Die Verteidigung der Mittäter bezeichnete die Anschuldigungen als haltlos. Es ist eine verworrene Geschichte, die ihren Ursprung in einem Konflikt über ein Kreditgeschäft hat.

Der Streit um Geld

Der Hintergrund der Auseinandersetzung war ein Privatkredit von 50.000 Schweizer Franken, was rund 54.000 Euro entspricht. Ein Kreditvermittler hatte mit dem Hauptangeklagten und dem 36-Jährigen einen Vertrag über eine hohe Provision von 50 Prozent abgeschlossen. Der Streit eskalierte, als der Vermittler Kreditkarten bestellte und belastete. Ein klärendes Gespräch – oder besser gesagt, eine „Aussprache“ – wurde am Yppenplatz vereinbart. Doch statt einer friedlichen Klärung kam es zu dem verhängnisvollen Vorfall.

Der Schütze, bewaffnet mit einer Beretta-Pistole, die er am Westbahnhof erwarb, eröffnete das Feuer. Zunächst zielte er auf einen Begleiter des Kreditvermittlers und verfehlte ihn. Doch der Vater des Vermittlers wurde am Bauch getroffen und überlebte nur dank einer Notoperation. Die Schüsse führten zu Panik im Lokal, als der 34-Jährige erneut feuerte und einen weiteren Begleiter traf, der verblutete. Die Szene war chaotisch, Menschen rannten um ihr Leben.

Die Flucht und Festnahme

Nach der schrecklichen Tat floh der mutmaßliche Schütze in die Türkei. Dort hielt er sich 158 Tage lang verborgen, bis er schließlich am Flughafen Istanbul festgenommen wurde. Diese Festnahme wurde durch die enge Zusammenarbeit zwischen dem Landeskriminalamt und Verbindungsbeamten des Innenministeriums ermöglicht. Innenminister Gerhard Karner und Wiens Polizeipräsident Gerhard Pürstl lobten die Ermittler für ihren Einsatz – ein Lichtblick in einer dunklen Geschichte.

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Zurzeit sitzt der 34-Jährige in der Justizanstalt Josefstadt und wartet auf seinen Prozess. Die Anklageschrift ist noch nicht rechtskräftig, denn die Verteidiger haben 14 Tage Zeit, um Einspruch zu erheben. Ein Schwurprozess könnte frühestens im Juli 2026 anberaumt werden. Eine lange Zeit, in der die Öffentlichkeit auf Antworten wartet.

Die Kriminalität in Österreich

Solche Vorfälle werfen ein Licht auf die aktuelle Sicherheitslage in Österreich. 2024 verzeichnete das Land einen Höchststand an Messerangriffen mit 2.596 Fällen, wobei Wien mit 1.121 Messerangriffen die traurige Spitze anführt. Gewalttaten mit Schusswaffen sind jedoch zurückgegangen – von 672 im Jahr 2014 auf 352 im Jahr 2024. Diese Statistiken sind ein eindringlicher Hinweis auf die Komplexität der Kriminalität hierzulande.

Die Zahlen zeigen auch, dass Ausländer in Österreich oft im Fokus der Statistik stehen. Während 2024 insgesamt rund 157.000 Ausländer Straftaten begingen, waren es 335.900 Tatverdächtige insgesamt. Eine erschreckende Realität, die immer wieder zu Diskussionen führt.

In einer Stadt wie Wien, wo das Leben pulsierend und vielfältig ist, gibt es auch die andere Seite: Konflikte, die zu Tragödien führen können. Der Fall in Ottakring ist nur ein Beispiel, das uns zeigt, wie schnell aus einem Streit eine gefährliche Situation werden kann.