In der Breite Gasse 15, einem der charmantesten Winkel des Neubaubezirkes, tut sich endlich etwas! Die Fassade des Biedermeierhauses, das seit Jahrzehnten leer steht und so einige Geschichten erzählen könnte, wird saniert. Ja, das Gebäude hat wirklich gelitten und war in einem desolaten Zustand – man könnte fast meinen, es wäre vom Zahn der Zeit gefressen worden. Aber jetzt, endlich, hat die Stadt Wien mit einer Ersatzvornahme die ersten Sanierungsarbeiten eingeleitet. Ein Schritt, der mehr als überfällig war.

Eigentümer Georg Uitz hat lange damit gehadert und immer wieder betont, dass das Haus wirtschaftlich nicht mehr sanierbar sei. Seinen Wunsch, das Gebäude seit 25 Jahren abzureißen und an seiner Stelle einen Neubau zu errichten, hat er nicht aus den Augen verloren. Doch die Behörden, allen voran die MA 25, machen ihm einen Strich durch die Rechnung, denn die Erhaltungspflicht innerhalb der Schutzzone Spittelberg steht an oberster Stelle. Und das aus gutem Grund – schließlich handelt es sich hier um ein Stück Wiener Geschichte. Die geplanten Maßnahmen umfassen nicht nur die Instandsetzung der straßenseitigen Fassade, sondern auch die Reparatur der Firstkappen und die Entfernung von Plakatierungen, die dem Bild des Hauses nicht gerade zuträglich waren.

Ein Problemhaus mit vielen Facetten

Ohne Frage, das Biedermeierhaus hat eine bewegte Vergangenheit. Jahrelang wurde es dem Verfall überlassen und war sogar zeitweise von Hausbesetzern bewohnt. Dazu kommt die Taubenplage, die nicht nur für massive Verschmutzungen, sondern auch für hygienische Probleme in der Umgebung sorgte. Bezirksvorsteher Markus Reiter (Grüne) hat sich unermüdlich für eine Lösung eingesetzt. Es ist ja auch nicht zu fassen, wie lange der Bezirk schon für den Erhalt der historischen Bausubstanz kämpft – ganze 15 Jahre! Man fragt sich, was wohl aus dem historischen Spittelberg geworden wäre, hätte sich niemand um die Erhaltung gekümmert.

Der Eigentümer hat den erlassenen Bauauftrag zur Instandsetzung bis jetzt nicht umgesetzt, und die Baupolizei hat ihn aufgefordert, ein Sachverständigengutachten über den Zustand der tragenden Gebäudeteile vorzulegen. Das muss bis spätestens zwei Monate nach Rechtskraft des Bescheides geschehen – sonst gibt’s wieder Ärger mit der Stadt Wien. Man kann nur hoffen, dass die Sanierungsarbeiten nun zügig voran gehen, denn die Geduld der Nachbarn ist schließlich auch nicht unendlich. Es ist schwer zu verstehen, wie viel einem alten Gebäude an Informationen, an Geschichte und an Identität in einer Stadt wie Wien innewohnt.

Schutz und Erhalt von historischem Erbe

In Wien ist der Denkmalschutz ein sensibles Thema. Gebäude, die unter diesen Schutz fallen, haben nicht nur historische Bedeutung, sondern auch eine enorme kulturelle Verantwortung. Der Erhalt der Substanz, oft sogar der Innenräume, ist gesetzlich geregelt. In Schutzzonen, wie der rund um das Biedermeierhaus, gelten strenge Regeln für Fassaden, Fenster und Dachausbauten. Abbrüche von vor 1945 errichteten Gebäuden sind in der Regel untersagt, es sei denn, es liegt eine technische oder wirtschaftliche Unzumutbarkeit vor. Ein Spagat, der manchmal schwer zu meistern ist, denn moderne Anforderungen an Dämmung und energetische Sanierung stehen oft im Konflikt mit dem Denkmalschutz.

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So wird die Sanierung des Biedermeierhauses in der Breite Gasse 15 nicht nur ein Test für die Bauinspektion und die MA 25, sondern auch ein Zeichen für den Erhalt unseres kulturellen Erbes. Es bleibt spannend zu beobachten, wie die Arbeiten voranschreiten und ob wir bald wieder einen Blick auf die prachtvolle Fassade werfen können. Der Bezirk wird die Entwicklung der Sanierung gemeinsam mit dem Gesundheitsdienst und anderen Magistratsabteilungen begleiten – ein Teamwork, das man in dieser Form nicht oft sieht.

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