Heute ist der 3.05.2026, und während die Sonne über Neubau aufgeht, werfen die aktuellen Entwicklungen am Immobilienmarkt in Österreich ihre Schatten voraus. Ein Blick auf die Zahlen zeigt: 2023 wurden voraussichtlich 28.530 neue Wohnungen fertiggestellt, ein erfreulicher Anstieg im Vergleich zu den 24.530 des Vorjahres. Diese Erkenntnisse stammen aus dem Neubaubericht der Bauträgerdatenbank Exploreal, die sich besonders auf Projekte mit mindestens fünf Wohneinheiten konzentriert. Roman Oberndorfer, der Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, hat sich optimistisch geäußert und glaubt, dass dieses Niveau auch bis 2027 gehalten werden kann. Allerdings bleibt die langfristige Perspektive eher düster, denn der Bau neuer Wohnungen ist alles andere als ausreichend.
Die aktuellen Fertigstellungsquoten sind nicht gerade berauschend: pro 1.000 Einwohner lagen sie 2024 bei 4,4 Wohnungen, während wir derzeit nur bei 3,0 Wohnungen sind. Besonders in Wien blüht der Wohnungsbau – dort ist die Quote mit 5,23 Wohnungen pro 1.000 Einwohner die höchste. Vorarlberg und die Steiermark zeigen sich ebenfalls stark, während Salzburg und Kärnten in dieser Statistik eher ein Schatten-Dasein fristen. Ein Grund für den Rückgang neuer Wohnungen seit 2022 könnte die Zinswende sein. Die Kreditzinsen sind seit 2023 angestiegen, was die Finanzierung von Neubauten zur echten Herausforderung macht. Banken verlangen nun mindestens 60 Prozent Eigenmittel für Wohnbaukredite – davor waren es rund 35 Prozent. Das hat die Bauträger in eine seltsame Lage versetzt, denn sie benötigen praktisch keine Bankfinanzierung mehr und müssen zudem dafür sorgen, dass mindestens 50 Prozent der Wohnungen vor Baubeginn verkauft sind.
Die Käufer sind skeptisch
Das führt zu einer gewissen Zurückhaltung unter den Käufern. Wer möchte schon der Erste sein, der eine Wohnung erwirbt, wenn noch unklar ist, ob und wann das Projekt realisiert wird? Da kann man schon verstehen, warum viele lieber abwarten. Der Markt zeigt, dass das Angebot an Wohnungen kleiner wird, während die Absorption der verfügbaren Eigentumswohnungen zunimmt. Michael Gehbauer, Verbandsobmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen, sieht die Talsohle bei den geförderten Wohnungen erreicht. Ab 2027 könnte es mit den Zahlen wieder leicht bergauf gehen.
Doch während wir hier über die Herausforderungen sprechen, gibt es auch Lichtblicke. Die Rahmenbedingungen am Bau- und Immobilienmarkt haben sich seit 2022 und 2023 verbessert, wie die Daten bis Juni 2025 zeigen. Hypothekenzinsen liegen unter dem Höchststand von November 2023, und die Senkungen des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank könnten bald konjunkturelle Impulse setzen. Es gibt sogar Anzeichen für eine Erholung der Immobilienpreise seit Mitte 2024. Im ersten Quartal 2025 stiegen die Baugenehmigungen um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr – das sind schon mal positive Nachrichten!
Ein Blick auf den sozialen Wohnungsbau
Im sozialen Wohnungsbau ist die Bundesregierung ebenfalls aktiv. 2024 wurden knapp 62.000 geförderte Wohneinheiten geschaffen, ein Plus von 51 Prozent gegenüber 2022. Die Förderbewilligungen für Neubau von Sozialmietwohnungen stiegen um 19 Prozent, und für Modernisierungen um 18 Prozent. Sogar die Plätze in Wohnheimen nahmen um satte 399 Prozent zu! Das zeigt, dass trotz aller Schwierigkeiten auch Lösungen gefunden werden. 1,9 Millionen Wohnungen bundesweit stehen leer, das sind 4,5 Prozent – ein Problem, das angepackt werden muss. Auch die Eigentumsquote variiert stark, in Großstädten liegt sie unter 16 Prozent, während sie in ländlichen Regionen bei über 70 Prozent liegt.
Die Bundesregierung hat eine „Handlungsstrategie Leerstandsaktivierung“ entwickelt, um diese Herausforderung anzugehen. Es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist komplex und dynamisch, und es gibt viele Faktoren, die sowohl Chancen als auch Risiken für Käufer, Bauträger und Investoren mit sich bringen. Für die Zukunft heißt es: Augen offen halten und die Entwicklungen im Blick behalten!