In den letzten Wochen hat sich in Wien einiges getan, besonders wenn es um die E-Scooter geht. Ein Thema, das viele von uns beschäftigt, denn die kleinen Flitzer bringen nicht nur Schwung in den Verkehr, sondern auch jede Menge Probleme mit sich. Die Landespolizeidirektion Wien hat nun eine bezirksübergreifende Schwerpunktaktion gestartet, um den E-Scooter-Fahrerinnen etwas auf die Finger zu schauen. Und das war dringend notwendig, denn die Unfälle und Konflikte häufen sich.

Am Dienstag wurden die Augen auf die E-Scooter gelenkt, und zwar durch die engagierte Zusammenarbeit der Landesverkehrsabteilung Wien und der Stadtpolizeikommandos aus verschiedenen Bezirken wie Innere Stadt, Margareten, Josefstadt, Meidling, Ottakring und Liesing. Das Ergebnis war mehr als deutlich: Insgesamt wurden 319 Organmandate mit Strafbeträgen von über 15.000 Euro eingehoben. 206 Anzeigen wegen verkehrsrechtlicher Übertretungen sind schon fast eine kleine Bilanz – und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Schneller als erlaubt und oft unbeleuchtet

Ein Highlight, wenn man das so nennen kann, war die Überprüfung am mobilen Rollenprüfstand, bei der zehn Fälle mit erheblichen Überschreitungen der zulässigen Bauartgeschwindigkeit festgestellt wurden. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit für E-Scooter liegt bei 25 km/h, doch einige Fahrerinnen schafften es, Geschwindigkeiten von bis zu 81 km/h zu erreichen. Das ist nicht nur eine Herausforderung für die eigene Sicherheit, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer.

Ein besonders dramatischer Vorfall ereignete sich in Wien-Floridsdorf, wo ein betrunkener E-Scooter-Fahrer einen Polizisten niederfuhr. Der 26-Jährige war mit überhöhter Geschwindigkeit und ohne Beleuchtung unterwegs und hatte eine Alkoholisierung von 1,6 Promille. Als der Polizist ihn zum Anhalten aufforderte, kam es zu einem folgenschweren Zusammenstoß. Der Beamte wurde verletzt und der Fahrer brachte sich selbst in große Gefahr, als er mit einer Geschwindigkeit von 58 km/h unterwegs war – ein Tachometer, der nicht richtig funktionierte, machte es möglich.

Änderungen in der Gesetzgebung

Die Bundesregierung hat das Thema E-Scooter ebenfalls aufgegriffen und plant Änderungen zur Erleichterung von Schadensersatzansprüchen für Geschädigte von E-Roller-Unfällen. Künftig sollen Halter von Elektro-Scootern haften und es gibt verschärfte Haftungsregeln für Fahrer. Dies könnte vor allem für die vielen Mietfahrzeuge von Bedeutung sein, die oft in Unfälle verwickelt sind. Hier wird es künftig eine Gefährdungshaftung geben, was die Identifizierung der Fahrer erleichtern soll.

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Ein Blick nach Deutschland zeigt, dass die E-Scooter nicht nur hierzulande ein heißes Thema sind. 2023 waren dort rund 990.000 versicherte E-Scooter gemeldet, und die Zahl der Unfallbeteiligten stieg auf etwa 12.000. Besonders erschreckend: 27 Menschen starben 2024 bei E-Scooter-Unfällen, alle waren auf einem Roller unterwegs. Die häufigsten Unfallursachen sind falsche Nutzung von Fahrbahnen oder Gehwegen und der Einfluss von Alkohol – ein Problem, das auch wir in Wien nicht ignorieren sollten.

Die Statistiken sprechen eine klare Sprache: E-Scooter-Unfälle machen zwar nur 4% der insgesamt rund 290.700 Verkehrsunfälle mit Personenschaden aus, doch fast 50% der verunglückten Fahrer waren unter 25 Jahre alt. Ein erschreckender Trend, der Fragen aufwirft. Wie können wir sicherstellen, dass die E-Scooter nicht nur ein schnelles Fortbewegungsmittel sind, sondern auch sicher genutzt werden? Die kommenden Monate werden zeigen, ob die neuen Regelungen und Maßnahmen fruchten und ob die Wiener Bevölkerung bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.

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