In Margareten wird es bald wieder bunt und laut – und das nicht ohne Grund. Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe im letzten Jahr steht das Straßenfest erneut auf der Agenda. Und diesmal hat es eine klare Botschaft: Ein Zeichen setzen gegen die rechtsextreme Identitäre Bewegung, die Ende Juli in Wien einen Aufmarsch plant. Denn wie es in den letzten Wochen immer wieder zu hören war, fühlt sich die Nachbarschaft nicht wohl, wenn die Identitären vor der Tür stehen.

Der Identitärenkeller in der Ramperstorffergasse 31 bleibt unauffällig, fast unsichtbar, ohne Werbung oder deutliche Hinweise auf die Gruppe. Nur die antifaschistischen Graffitis an der Fassade verraten, dass hier etwas im Argen liegt. Die Bewohner der Umgebung äußern immer wieder ihr Unbehagen über das aggressive Auftreten dieser Gruppierung. Dabei ist es nicht nur ein Gefühl – vor kurzem wurde ein Mann vor dem Lokal verprügelt, mit dem Verdacht auf Beteiligung von Identitären. Die Polizei ermittelte nicht, da sowohl Opfer als auch Täter bei deren Eintreffen bereits verschwunden waren. Ein unhaltbarer Zustand, der einfach nicht so bleiben kann!

Ein Fest für die Gemeinschaft

Am 25. Juli wird in Margareten das überparteiliche Straßenfest für ein „Margareten ohne rechtsextreme Identitäre“ gefeiert. Um 17 Uhr geht’s los! Doch bereits zwei Stunden zuvor, um 15 Uhr, wird die Polizei mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen vor dem Kellerlokal der Identitären präsent sein. Der Grund? Um potenzielle Ausschreitungen zu verhindern. Denn wie so oft, wenn es um rechtsextreme Aktivitäten geht, sind auch Gegenproteste angekündigt. Am selben Tag versammeln sich Gegner der Identitären in der Wiener Innenstadt, um ihren Unmut über die Gruppierung kundzutun. Die Vorzeichen stehen also auf Sturm – aber nicht ohne Grund!

Die Wiener Polizei wird auf alles vorbereitet sein, denn am 26. Juli ist auch eine Versammlung der Identitären unter Martin Sellner geplant. Dabei werden nicht nur die Identitären selbst, sondern auch andere rechtsextreme Gruppen erwartet. Die Themen der Demonstrationen werden vielfältig sein: von „Keine Nazis in der Innenstadt“ bis hin zu „Rassismus hat keinen Platz in Wien“. Die erwartete Teilnehmerzahl liegt zwischen 735 und 980 Demonstranten. Ein starkes Zeichen für ein weltoffenes Wien.

Rechtsextremismus in Österreich

Rechtsextremismus hat in Österreich eine lange Geschichte und erst recht in der heutigen Zeit eine alarmierende Relevanz. Die Medienlandschaft ist gespickt mit Akteuren, die die Ideologie propagieren. So wurde das DÖW im Sommer 2023 mit der Erstellung eines jährlichen Rechtsextremismusberichts beauftragt. Hierbei wird unter anderem die Nähe zur organisierten rechtsextremen Szene untersucht. Von Nischenpublikationen wie dem Attersee-Report bis hin zu Online-Plattformen wie unzensuriert.at ist die Bandbreite groß – und die Relevanz für die Gesellschaft nicht zu unterschätzen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die FPÖ hat sich zunehmend als Unterstützerin dieser rechtsextremen Publizistik positioniert, was die Sache noch heikler macht. Man kann sich nur fragen, wo das Ganze hinführt, wenn sogar im Parlament Podiumsdiskussionen mit Vertretern von Alternativmedien stattfinden. Die Tendenz zur Bildung einer kollektiven Identität unter diesen Medien wird immer sichtbarer, und die Unsicherheit in der Bevölkerung wächst. Das Straßenfest in Margareten könnte also nicht nur eine Feier, sondern auch ein dringend benötigtes Signal für eine solidarische Gemeinschaft sein.

Ein modernes Nachrichtenportal wie unseres, muss für alle Menschen zugänglich sein. Unser Website System wurde daher konsequent nach den Vorgaben der WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – mit sauberer Struktur, ARIA-Attributen und ohne technische Hürden für assistive Technologien. Die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom / VeloCore.