In Wien wird die Verkehrssicherheit großgeschrieben, und die neuesten Maßnahmen zeigen, dass auch die Technik nicht schläft. An gefährlichen Stellen werden nun moderne Radarboxen installiert, die mit Lasermessung arbeiten und optisch kaum von den alten Geräten zu unterscheiden sind. Diese neuen Boxen sind nicht nur präziser, sondern haben auch eine geringere Messtoleranz. Bei Tempolimits unter 100 km/h liegt die Toleranz bei 3 km/h, während bei Geschwindigkeiten über 100 km/h nur 3% zulässig sind. Der ÖAMTC appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen zu halten – ein Appell, der in Anbetracht der aktuellen Bußgelder mehr als gerechtfertigt erscheint.
Rund 1000 Autofahrer werden täglich an stark überwachten Streckenabschnitten geblitzt. Die Wahrscheinlichkeit, bei Geschwindigkeitsüberschreitungen erwischt zu werden, hat in den letzten Jahren zugenommen. Früher gab es eine großzügige Toleranz von 10%, die mittlerweile der Vergangenheit angehört. Das Raserpaket der Regierung, das im Herbst 2021 verabschiedet wurde, hat die Bußgelder für Geschwindigkeitsübertretungen drastisch erhöht. So kosten zum Beispiel 30 km/h zu schnell nicht mehr 70 Euro, sondern gleich 150 Euro. Die Höchststrafe für Raser wurde mehr als verdoppelt – von 2180 Euro auf 5000 Euro. Das ist nicht nur ein Warnsignal, sondern ein klarer Aufruf zur Vernunft.
Standorte und Konzepte der Geschwindigkeitsüberwachung
Die Polizei in Wien verfolgt ein mobiles Konzept, das ständige Standortwechsel der Radarboxen vorsieht. Diese stehen an unfallträchtigen Stellen, Orten mit hohem Verkehrsaufkommen und wo Umweltbeschränkungen notwendig sind. Bekannte Standorte sind beispielsweise der innere Währinger Gürtel in der Höhe der Einfahrt zum AKH, die Südost-Tangente (A23) und die Floridsdorfer Brücke. Hier blitzen die Radarboxen in beide Fahrtrichtungen, abhängig von Standort und Verkehrsbedingungen.
Die neuen, modernisierten Radarboxen, die oft als graue „Starenkästen“ bezeichnet werden, nutzen eine Technik ohne Blitz und bieten dadurch eine gesteigerte Präzision. Dennoch ist die Art und Weise, wie Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt werden, nicht einheitlich geregelt. In Österreich ist die Bundespolizei für die Geschwindigkeitsüberwachung zuständig, während die Gemeinden bis 2008 auch eigene Kontrollen durchführen durften. Das Blitzen von hinten ist in Österreich üblich, um Anonymverfügungen gegen Fahrzeughalter zu beachten.
Technik und Geschichte der Geschwindigkeitsüberwachung
Die Geschwindigkeitsüberwachung im öffentlichen Straßenverkehr ist eine Kontrollmaßnahme, die darauf abzielt, die zulässige Höchstgeschwindigkeit einzuhalten. Verschiedene Messtechniken kommen zum Einsatz, darunter Radar, Laser, Lichtschranken und Videokameras. Radar arbeitet mit dem Doppler-Effekt zur Geschwindigkeitsmessung und kann sowohl stationär als auch mobil eingesetzt werden. In Deutschland, wo die Zuständigkeit für die Geschwindigkeitsüberwachung in den Bundesländern unterschiedlich geregelt ist, wurden viele Radargeräte 2009 vernetzt, was die Bestrafung beschleunigte.
Die Diskussion um Geschwindigkeitskontrollen ist nicht nur eine Frage der Verkehrssicherheit, sondern auch ein Thema wirtschaftlicher Interessen. Kritiker bemängeln, dass die Einnahmen aus Bußgeldern oft in die öffentlichen Haushalte fließen, während die Kosten für die Überwachung nicht immer gedeckt werden. Dennoch bleibt das Ziel klar: die Verkehrssicherheit erhöhen und Unfälle reduzieren. Die neuen Maßnahmen in Wien zeigen, dass hier nicht nur gespart, sondern auch clever investiert wird.