Nach einem hitzigen Fußballspiel der U-16-Teams in der WFV-Liga zwischen LAC-Inter und Red Star Penzing am Sonntag um 17 Uhr in der Wiener-Landstraße kam es zu einem erschreckenden Vorfall. LAC-Inter, Tabellenführer der Liga, setzte sich mit 4:1 gegen den drittletzten Red Star Penzing durch. Doch der sportliche Erfolg wurde schnell von einer gewaltsamen Eskalation überschattet.
Die Situation war bereits vor dem Spiel angespannt, was sich nach dem Schlusspfiff in einem tätlichen Übergriff auf einen Spieler von LAC-Inter entlud. Zwei Spieler von Red Star Penzing sollen diesen Spieler mit Faustschlägen attackiert haben. In der Folge stellte die Mutter des angegriffenen Spielers einen der Angreifer zur Rede, was zu einem hitzigen Streit zwischen den Eltern beider Vereine führte. Dieser Streit eskalierte, als einer der Angreifer die Mutter beleidigte, was schließlich in eine Massenschlägerei mündete.
Die Rolle der Eltern im Jugendfußball
Solche Vorfälle werfen ein Schlaglicht auf die Rolle der Eltern im Jugendfußball, ein Thema, das der Fußballdozent Sebastian Schwab von der Deutschen Sporthochschule in Köln intensiv erforscht. Laut Schwab kommt es häufig in F-Jugend-Spielen zu Eskalationen, die oft durch Fehlentscheidungen des Schiedsrichters ausgelöst werden. Besonders Väter seien häufig die Verursacher von verbalen Auseinandersetzungen, während Mütter eher weniger in solche Konflikte verwickelt sind. Es scheint, als ob Eltern heutzutage den Sport ihrer Kinder ernster nehmen als frühere Generationen, was in einigen Fällen zu einem problematischen „Überengagement“ führen kann.
Trainer erkennen zwar das Engagement der Eltern an, betonen jedoch die Notwendigkeit, klare Grenzen zu kommunizieren. Sie sind verantwortlich für alles, was auf dem Platz passiert, einschließlich der Aufstellung und der Spielerwechsel. Das Verhalten der Eltern hat somit direkten Einfluss auf die Atmosphäre und das Sicherheitsgefühl der Kinder während des Spiels.
Prävention von Gewalt im Fußball
Die Vorfälle auf dem Fußballplatz sind nicht nur Einzelfälle, sondern Teil eines größeren Problems im Sport. Interpersonelle Gewalt, die in vielen Formen auftreten kann, umfasst neben körperlicher auch psychische und sexualisierte Gewalt. Im Fußball ist es wichtig, nicht nur strafbare Handlungen zu betrachten, sondern auch nicht strafbare Verhaltensweisen, die problematisch sein können. Bestimmte Rituale im Fußballcamp oder enge körperliche Kontakte sollten kritisch hinterfragt werden, um die Grenzen der Kinder zu respektieren.
Die Komplexität des Themas erfordert eine strukturierte Präventionsarbeit, die auf einem soliden Schutzkonzept basiert. Verantwortliche Vereinsarbeit bedeutet, einen offensiven Umgang mit diesen Themen zu pflegen und sicherzustellen, dass die Bedürfnisse und das Wohl der Kinder stets im Mittelpunkt stehen. Die Gewaltprävention im Fußball ist notwendig, um die Existenz von Vereinen und Verbänden zu sichern und den Verantwortungen gegenüber den jungen Sportlern gerecht zu werden.
Der verletzte Spieler von LAC-Inter wurde nach dem Vorfall mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht, während die Wiener Polizei bestätigte, dass gegenseitige Körperverletzungen aufgenommen und die Jugendlichen angezeigt wurden. Red Star Penzing hat bisher nicht auf Anfragen reagiert. In Anbetracht dieser Ereignisse bleibt zu hoffen, dass solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden können und der Fokus wieder auf dem Sport und dem Spaß der Kinder liegt.