Heute ist der 3.06.2026 und wir werfen einen Blick auf einen Prozess, der in der heimischen Justiz für viel Aufregung sorgt. Ein verhindertes Terrorattentat auf ein Konzert von Taylor Swift in Wien im August letzten Jahres hat die Gemüter erregt. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt und die Verteidiger der verurteilten Personen, Beran A. und Arda K., haben Berufung gegen die Urteile eingelegt. Beran A., gerade mal 21 Jahre alt, wurde für seinen geplanten Anschlag und einen Mordversuch zu 15 Jahren Haft verurteilt, während Arda K. mit 12 Jahren davonkommt.
Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat nun die Aufgabe, die Urteile zu prüfen, während das Oberlandesgericht (OLG) Wien sich mit der Strafhöhe auseinandersetzt. Beide Verurteilte müssen weiterhin in der Justizanstalt Wiener Neustadt bleiben, vermutlich sogar in Einzelhaft. Nach der Rechtskraft der Urteile sollen sie in geeignete Vollzugsanstalten verlegt werden. Das klingt nach einem harten Weg, doch es gibt auch Lichtblicke: Psychologische Betreuung und Unterstützung durch eine Deradikalisierungsstelle in Wiener Neustadt stehen auf dem Plan.
Ein neuer Weg für Beran A. und Arda K.
Die Verteidigerin von Beran A. hebt die Wichtigkeit von Perspektiven und Berufsausbildung im Gefängnis hervor. In der Tat sieht sich Beran A. seit seiner Festnahme am 7. August 2024 mit seiner Vergangenheit konfrontiert. Er durchläuft ein Deradikalisierungsprogramm und hat mittlerweile seine Ansichten überdacht. Das ist schon bemerkenswert, insbesondere wenn man bedenkt, dass er sich nun vom Gedankengut des IS distanziert hat.
Arda K. hat diesen Schritt ebenfalls getan und führt mittlerweile ein weltliches Leben. Sein Wunsch, die Matura nachzuholen und ein kaufmännisches Studium zu beginnen, zeigt, dass auch in dunklen Zeiten ein Funken Hoffnung aufblühen kann. Manchmal ist es gerade der Blick in die Zukunft, der Menschen dazu bringt, sich von schädlichen Ideologien zu lösen.
Die Hintergründe des gescheiterten Anschlags
Der ursprüngliche Plan sah vor, dass beide zeitgleiche Anschläge in Istanbul, Dubai und Mekka für den 11. März 2024 ausführen wollten. Eine gewaltige Vorstellung, die zum Glück nicht in die Tat umgesetzt wurde. Hasan E., der in Mekka Sicherheitsbeamte niederstach, war ein Teil dieses Plans. Beran A. hingegen wollte mit einem Auto in eine Menschenmenge vor dem Ernst-Happel-Stadion rasen. Glücklicherweise kehrten sie ohne Anschlagversuch zurück, was die Frage aufwirft: Was passiert mit Menschen, die auf diese gefährlichen Gedanken kommen?
Die Entwicklung dieser beiden jungen Männer ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die richtigen Unterstützungen anzubieten. Während ihre Taten verheerende Konsequenzen hätten haben können, zeigen ihre aktuellen Bemühungen, dass ein Umdenken möglich ist. Die Justizanstalt wird hier nicht nur zum Ort der Strafe, sondern auch zu einem Ort der Veränderung.