Der Bauboom in Wien hat nun auch die Verbindungsbahn erreicht. Die ÖBB lassen es ordentlich krachen und starten mit den Hauptarbeiten zur Attraktivierung dieser wichtigen Strecke. Während sich viele Wienerinnen und Wiener auf die Verbesserungen freuen, gibt es auch eine gehörige Portion Skepsis – vor allem unter den Anrainern. Heute, am 11. Mai 2026, schauen wir uns die Details dieser Großbaustelle einmal genauer an.
Die erste Bauetappe betrifft den Nordabschnitt zwischen Hütteldorf und Schrutkagasse in Hietzing. Hier wird die neue Haltestelle „Wien Hietzinger Hauptstraße“ bis Ende 2029 in Betrieb genommen. Eine spannende Aussicht, die viele Pendler entlasten könnte! Der geplante Verlauf führt auf einer 800 Meter langen Hochtrasse von Wientalbrücken bis zur Beckgasse. So verschwindet der Bahnübergang bei Auhofstraße und Hietzinger Hauptstraße – ein echter Fortschritt, der auch die Sicherheit erhöhen sollte.
Ein bisschen Baustellenfrust
Doch während die Bauarbeiten voranschreiten, bleibt die Frage: Was bedeutet das für die täglichen Pendler? Die S80 verkehrt von 4. Juli bis 6. September nur zwischen Aspern und Hauptbahnhof. Stationen wie Matzleinsdorfer Platz, Meidling, Speising und Hütteldorf fallen während dieser Zeit komplett weg. Ab 7. September wird die S80 dann nur zwischen Aspern und Meidling fahren und ab Schulbeginn als S3 nach Mödling verlängert. Das klingt nach einem ganz schön umständlichen Schuss, oder?
Für die Zeit der Bauarbeiten ist sogar ein eingleisiger Betrieb notwendig. Aber keine Panik – es werden Ersatzbusse zwischen Hütteldorf und Meidling eingerichtet. Diese fahren werktags tagsüber im 15-Minuten-Takt, sonst alle 30 Minuten. Da kommt man sich schon ein wenig vor wie in einer anderen Zeit – wenn der Bus zur Hauptverkehrszeit zum Schnarchen neigt, während man auf die nächsten Fahrgäste wartet.
Die Stimme der Anrainer
Bezirksvorsteherin Johanna Zinkl hat die Bedenken der Anrainer aufgegriffen. Sie macht klar, dass die Auswirkungen der Baustelle so gering wie möglich gehalten werden müssen. Schließlich sind es die Anwohner, die am Ende mit dem Staub, Lärm und den Umleitungen leben müssen. Eine Infobox in der Speisinger Straße 3 wird während der gesamten Bauzeit Informationen bereitstellen – ein kleiner Lichtblick für die Ungewissen unter den Betroffenen. Zudem sind Planausstellungen im 13. und 14. Bezirk für September vorgesehen, um die Bürger besser zu informieren.
Die ÖBB hat sich verpflichtet, transparente Informationen bereitzustellen und Umwelt- sowie Anrainerschutzmaßnahmen einzuhalten. Mal sehen, ob sie ihr Versprechen halten können. Die Frage bleibt, ob der Nutzen der neuen Haltestelle und die Attraktivierung der Verbindungsbahn die Unannehmlichkeiten während der Bauzeit aufwiegen werden. Für viele ist der Fortschritt spannend, für andere ein notwendiges Übel, das man durchstehen muss.