In einem schockierenden Vorfall, der sich am Sonntag in Wien ereignete, kam es zu einer rasanten Verfolgungsjagd, die die Nerven der Polizisten und unbeteiligter Verkehrsteilnehmer gleichermaßen auf die Probe stellte. Gegen 14.30 Uhr bemerkten Beamte der Landesverkehrsabteilung einen technisch mangelhaften Transporter auf der A23. Was dann folgte, war eine Flucht, die sich gewaschen hatte – der Fahrer ignorierte die mehrfachen Anhalteversuche der Polizei und raste in Richtung Donaustadt.

Mit einer Geschwindigkeit von bis zu 176 km/h, während er wild die Fahrstreifen wechselte und Sperrflächen missachtete, stellte der Fahrer eine erhebliche Gefahr für alle anderen Verkehrsteilnehmer dar. Es ist wirklich unvorstellbar, wie jemand in so einer Situation kühlen Kopf bewahren kann – oder vielleicht eher nicht. Die Polizei konnte den Transporter schließlich im Bereich der Lobgrundstraße stoppen, wo bei der Kontrolle der extrem schlechte technische Zustand des Fahrzeugs festgestellt wurde. Die Kennzeichen wurden vorläufig abgenommen, und der 26-jährige Fahrer erklärte, dass er wegen der technischen Mängel geflüchtet sei. Das klingt fast schon nach einer Ausrede, oder?

Die Gefahren einer Verfolgungsjagd

Verfolgungsjagden sind nicht nur im Film spannend, sondern im realen Leben auch äußerst gefährlich. Tatsächlich sind sie mit einem hohen Unfallrisiko verbunden. Wenn man bedenkt, dass der Fahrer während seiner Flucht Geschwindigkeitsüberschreitungen und andere Verkehrsverstöße beging, wird klar, wie viele Regeln er brach. Oft zieht eine Flucht vor der Polizei keine direkten rechtlichen Konsequenzen nach sich, es sei denn, es werden Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten begangen – und das war hier ja eindeutig der Fall.

Die Polizei hat zwar spezielle Rechte bei Verfolgungsjagden, kann Verkehrsregeln missachten, um Gefahren zu minimieren, jedoch ist das Risiko für Unbeteiligte enorm. Und im Fall eines Unfalls während einer Verfolgungsjagd haftet in der Regel der flüchtende Autofahrer – oder dessen Kfz-Haftpflichtversicherung. Man kann sich nur vorstellen, wie die Versicherungen in solchen Fällen versuchen, Schadenszahlungen zurückzufordern. Vielleicht fragt sich der Fahrer jetzt, ob ein bisschen mehr Vernunft besser gewesen wäre, um all den Scherbenhaufen zu vermeiden.

Rechtliche Konsequenzen

Ein interessantes BGH-Urteil aus dem Jahr 2012 befasst sich mit der Frage der Schadensersatzpflicht des Fahrzeughalters bei Polizeiverfolgungen. In einem ähnlichen Fall wurde ein Fahrer, der sich der Kontrolle entzog und dabei mehrere Polizeifahrzeuge beschädigte, zur Verantwortung gezogen. Der Gesamtschaden betrug über 17.000 Euro! Es zeigt sich, dass die rechtlichen Folgen einer Verfolgungsjagd weitreichend sein können und dass der Flüchtende in der Regel für die verursachten Schäden haftet.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Das Verhalten des Fahrers, der in dieser dramatischen Verfolgungsjagd auf der A23 die Nerven verlor und mit einem technisch mangelhaften Transporter durch Wien raste, kann also nicht ohne Konsequenzen bleiben. In jedem Fall wird er sich wohl auf einige Anzeigen einstellen müssen, von denen die Zahlungsaufforderung in vierstelliger Höhe nur der Anfang sein könnte. Ob er das alles für ein wenig Geschwindigkeitsrausch wert war? Das bleibt wohl jedem selbst überlassen.