In diesen Tagen wird in der italienischen Stadt Pisa eine große Welle der Unruhe spürbar. Die Gewerkschaft CGIL hat einen Streik gegen die angekündigte Verlagerung der Takeda-Produktion nach Wien ausgerufen. Die Nachricht kam wie ein Paukenschlag: Arbeitsplätze in der Toskana stehen auf der Kippe! Die Gewerkschaft fordert vehement den Erhalt der Arbeitsplätze und ein sofortiges Einlenken in der Sache. Schließlich könnten rund 67 Leiharbeitskräfte in Pisa durch diese entscheidende Maßnahme ihre Anstellung verlieren.

Das Unternehmen Takeda selbst, ein Schwergewicht in der Pharmaindustrie, gibt an, dass weniger als 200 Stellen in Wien wegfallen werden. Genaue Zahlen sind allerdings noch nicht bekannt, und das lässt die Gemüter noch mehr erhitzen. Eine erste Streikaktion steht bereits vor der Tür – Montag wird ein achtstündiger Arbeitsausstand in allen Schichten durchgeführt, gefolgt von einer Kundgebung vor dem Werk. Die CGIL warnt eindringlich, dass die Verlagerung nicht nur den Standort Pisa schwächen könnte, sondern auch langfristig schwerwiegende Folgen für die gesamte Belegschaft hat. Sie fordert die Rücknahme der Kündigungen und drängt auf Verhandlungen über Alternativen. Gespräche zu einem Sozialplan laufen bereits.

Verlagerungen in Europa

Doch das ist nicht die einzige Veränderung, die sich bei Takeda abzeichnet. Auch in Deutschland stehen die Räder still. Der bisherige Standort in Konstanz wird bis Ende 2028 ganz geschlossen, während die Aktivitäten nach Berlin verlagert werden. Hierbei betroffen sind 60 Mitarbeiter, die in Konstanz beschäftigt sind. Die Takeda Deutschland-Chefin Ingeborg Borgheim bezeichnet diesen Schritt als „Bekenntnis zu Deutschland“. Es scheint, als wolle Takeda sich auf die Standorte Berlin, Oranienburg und Singen konzentrieren. Das hat natürlich Auswirkungen auf die gesamte Belegschaft, die in Deutschland insgesamt 2.300 Mitarbeiter zählt.

Interessanterweise wird der Standort Konstanz, wo viele Verwaltungs- und Servicefunktionen für die DACH-Region gebündelt sind, bis zur Schließung noch einige Jahre bestehen bleiben. Aber was bedeutet das für die Mitarbeiter? Personalchef Michael Hartmann zeigt Verständnis für die Schwierigkeiten, die die Beschäftigten in Konstanz erwarten. Auch in der Schweiz hat Takeda im vergangenen Jahr 120 Arbeitsplätze abgebaut. Das wirft Fragen auf – wie geht es weiter? Wie wird sich die Pharmaindustrie in den nächsten Jahren entwickeln?

Ein Blick auf den Markt

In Deutschland sinkt die Industriebeschäftigung seit über fünf Jahren, und besonders betroffen sind der Automobilsektor sowie energieintensive Branchen. Doch hier kommt das große „Aber“: Der Beschäftigungsabbau in bestimmten Sektoren wird durch andere Branchen, wie die Pharmabranche, aufgefangen. Dr. Claus Michelsen, Chefvolkswirt des vfa, hebt die Innovationskraft hervor und betont, dass die aktuellen Herausforderungen auch als Chance zur Anpassung gesehen werden sollten. Ein gewisser Strukturwandel könnte also auch positive Effekte mit sich bringen.

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Die demografische Entwicklung erfordert eine Verlagerung von Arbeitsplätzen in produktivere Bereiche. Das bedeutet, dass gezielte Maßnahmen zur Weiterbildung und die Lenkung von Arbeitskräften in die richtigen Branchen notwendig sind. Schließlich könnte das auch höhere Einkommen in der Industrie zur Folge haben, wenn die Beschäftigten von gering entlohnten in besser bezahlte Bereiche wechseln. Ein langer Weg steht uns bevor, und das Thema Lebenslanges Lernen wird unverzichtbar. Die Rahmenbedingungen für Schlüsselindustrien müssen wachstumsfreundlich gestaltet werden, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.

In diesen turbulenten Zeiten bleibt abzuwarten, wie sich die Dinge entwickeln – sowohl in Italien als auch in Deutschland. Die Lage ist angespannt, und die nächsten Schritte von Takeda und den Gewerkschaften könnten richtungsweisend für die gesamte Branche sein. Die Belegschaften an beiden Standorten schauen mit Sorge in die Zukunft.

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