Heute ist der 3.05.2026 und in der Donaustadt gibt es wieder einmal Diskussionsstoff. Die S-Bahn-Station Lobau, die 2014 geschlossen wurde, steht im Zentrum eines politischen Ringens. Die Wiedereröffnung scheint auf der Agenda aller Parteien zu stehen, doch die Realität sieht anders aus. Am 18. Februar stimmten die Stadtvertretungen von SPÖ, Neos und Grünen im Gemeinderat gegen die Reaktivierung. Das hat nicht nur die Anrainer:innen, sondern auch die FPÖ auf den Plan gerufen. Toni Mahdalik, ein Wortführer der Freiheitlichen, lässt kein gutes Haar an dieser Entscheidung, denn über 10.000 Anwohner:innen hätten sich für die Rückkehr der S-Bahn ausgesprochen. Ein klarer Fall von Ignoranz, könnte man sagen.
Die Bürger:inneninitiative „S 80 Lobau“ hat sich über Jahre hinweg für die Wiedereröffnung eingesetzt. Es ist nicht nur eine politische Debatte, sondern auch eine Frage der Lebensqualität für viele. Die Bezirksvertretung Donaustadt verabschiedete am 3. Dezember 2025 eine Resolution für die Wiedereröffnung, und das mit breiter Unterstützung. Es gibt also einen klaren Konsens – zumindest auf dem Papier. Der Bezirk und die Stadt Wien sind gefordert, mit der ÖBB und dem Bund verbindliche Vereinbarungen zu treffen, um den Bahnverkehr zu verbessern. Es ist an der Zeit, dass Taten folgen.
Ein Umdenken ist nötig
Die ursprünglichen Argumente der ÖBB für die Schließung der Station sind mittlerweile nicht mehr gültig. Seit 2024 hat sich das Einzugsgebiet massiv verändert. Über 2.000 Menschen leben in fußläufiger Entfernung zur Station, die lediglich an Buslinien, aber nicht an die S-Bahn angebunden sind. Das führt dazu, dass viele auf das Auto umsteigen müssen, was wiederum zu Staus auf der Südosttangente führt – ein Teufelskreis, der dringend durchbrochen werden sollte.
Die Lobau-Station könnte eine schnelle Anbindung an die Neue Donau und die Donauinsel bieten; ein wahrer Segen für Erholungssuchende! Und es gibt noch mehr zu bedenken: Eine geplante Station könnte eine barrierefreie Verbindung zwischen den Siedlungsgebieten und dem Wegenetz entlang der Donau ermöglichen. Ein echter Gewinn für alle, die gerne zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind. Doch ganz so einfach ist es nicht. Anrainer:innen im Lobauvorland sind besorgt über die schrittweise Sperrung des Goldnesselweges durch die ÖBB. Die Begründung – bauliche Schäden, die nicht saniert wurden – klingt nicht sehr überzeugend, wenn man bedenkt, dass dieser Weg eine wichtige Verbindung zwischen Siedlungsgebieten und der Donau darstellt.
Ein Aufruf zur Aktion
Es wird immer deutlicher, dass hier Handlungsbedarf besteht. Die Stadt Wien muss mit den ÖBB notwendige Vereinbarungen treffen, um die Wiederherstellung des Goldnesselweges als öffentliche Verbindung sicherzustellen. Die Anrainer:innen haben klare Forderungen, und die Zeit drängt. Denn wenn die S-Bahn-Station Lobau wieder in Betrieb geht, könnte das nicht nur die Mobilität der Menschen verbessern, sondern auch die Lebensqualität in der gesamten Donaustadt steigern. Die Zeichen stehen auf Bewegung – jetzt liegt es an den Entscheidungsträger:innen, diese Chance zu nutzen!