Heute ist der 17.05.2026 und der Alsergrund steht vor einer großflächigen Baustelle, die die Lebensqualität der Anwohner und der Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel stark beeinflusst. Ab dem 13. Juli beginnen die Bauarbeiten am Kreuzungsplateau Währinger Straße/Spitalgasse/Nussdorfer Straße, die ganze sieben Wochen in Anspruch nehmen werden. Betroffen sind dabei gleich sieben Straßenbahnlinien: 5, 12, 37, 38, 40, 41 und 42. Das bedeutet für viele, dass sie ihre alltäglichen Wege anders planen müssen. Kein Ersatzverkehr mit Bussen ist vorgesehen, was besonders für mobilitätseingeschränkte Personen eine Herausforderung darstellt. Hier wird’s also eng, nicht nur für die Anwohner der Alservorstadt, die auf Auto, Rad oder lange Fußmärsche ausweichen müssen.

Die Wiener Linien begründen den fehlenden Ersatzverkehr mit der Notwendigkeit der temporären Sperrung des Kreuzungsplateaus. Und während die MA 46 Umleitungsstrecken für den Individualverkehr in Aussicht stellt, bleibt die Frage, wie die Betroffenen sich in der Zeit zurechtfinden sollen. In der Vergangenheit gab es zwar ähnliche Bauarbeiten, aber nie zuvor wurde der öffentliche Verkehr so drastisch eingeschränkt. Tragisch ist auch, dass die neu verlegten Gleise und Weichen von 2011 und 2015 nur zehn Jahre durchhielten – das scheint ein Rekord der Unzulänglichkeit zu sein.

Bauarbeiten und Umleitungen

Die hohen Belastungen durch die sieben Straßenbahnlinien und die größere betroffene Fläche von 450 Metern sind laut Wiener Linien der Grund für die umfangreichen Bauarbeiten. Dabei laufen bereits seit Wochen Vorarbeiten an den unterirdischen Leitungen für die U5-Baustelle. Was die Anwohner besonders betrifft: Die SPÖ wurde im Bezirksparlament überstimmt, als ein grüner Antrag für Ersatzverkehr eine Mehrheit fand. Bezirkschefin Saya Ahmad hat sich bei den Anwohnern für ihre Geduld und ihr Verständnis bedankt, während die grüne Politikerin Josefa Molitor-Ruckenbauer weiterhin nach einem Ersatzverkehr ruft. Ob das Verständnis der Anwohner aber wirklich so groß bleibt, wenn der Alltag auf den Kopf gestellt wird?

Aber nicht nur im Alsergrund wird gebaut! Auch in anderen Teilen Wiens wird fleißig an der Infrastruktur gearbeitet. So stehen ab Juni 2025 Gleisbauarbeiten für die Verlängerung der Linie 18 von Schlachthausgasse bis Ernst Happel Stadion an, die im Herbst 2026 in Betrieb gehen sollen. Und während die Gleis- und Weichenarbeiten in der Simmeringer Hauptstraße von März bis Oktober dauern, müssen die Linien 11 und 71 ebenfalls mit Umleitungen und kurzgeführten Fahrten rechnen. Das ist alles andere als ein Zuckerschlecken für die Pendler!

Ein chaotisches Zusammenspiel

In der Lerchenfelder Straße wird von 3. März bis 12. Juli ebenfalls gearbeitet, was die Linie 46 betrifft, die umgeleitet wird. In der Quellenstraße gab es schon zwischen 3. März und 26. April Einschränkungen für die Linie 6. Gleis- und Weichenarbeiten in der Dornbacher Straße und Hernalser Hauptstraße sind von 7. April bis 13. September angesetzt, und auch rund um den Aumannplatz wird von 21. April bis 12. Juli geschraubt. Die Linie 9 ist dann kurzgeführt, während die Linien 40 und 41 umgeleitet werden. Was für ein chaotisches Zusammenspiel!

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Stadt Wien hat sich dem Ziel verschrieben, die Infrastruktur zu modernisieren und zu verbessern, aber der Weg dorthin ist steinig – voller Baustellen, Umleitungen und manchmal auch Ärger für die Bürger. Wie viele Umstellungen können wir eigentlich ertragen, bevor es wirklich zu viel wird? Ein bisschen Geduld ist nötig, aber die Frage bleibt: Wie lange noch?