Am Alsergrund in Wien, wo die alte Wirtschaftsuniversität und das angrenzende Biologiezentrum einst pulsierendes Leben und Lernen beherbergten, läuft derzeit ein beeindruckendes Projekt. Hier wird nicht nur Geschichte bewahrt, sondern auch ein neuer Bildungscampus vorbereitet. Der große Umbau hat bereits begonnen, und das schließt eine umfassende Asbestsanierung ein, die zu den größten ihrer Art in Österreich zählt. Bis zum geplanten Baubeginn des neuen Campus im Jahr 2028 wird viel passieren.

In den 1970er-Jahren galt Asbest als „Wunderbaustoff“ – praktisch, langlebig und vielseitig einsetzbar. Doch diese einst so geschätzten Eigenschaften haben sich mittlerweile als zweischneidiges Schwert herausgestellt. Asbest kann ernsthafte Gesundheitsrisiken bergen, darunter Lungenkrebs und andere schwere Krankheiten. Vor allem in den Räumen der ehemaligen Universität ist Asbest in vielen Bereichen des Gebäudes nachgewiesen worden. Doch Fachleute geben Entwarnung: Für ehemalige Studierende und Lehrende bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr, da der Asbest in unbeschädigtem Zustand gebunden war.

Umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen

Die Sicherheit hat bei diesen Arbeiten oberste Priorität. Auf der Baustelle sind über 100 Spezialkräfte im Einsatz, die speziell geschult sind, um mit dem gefährlichen Material umzugehen. Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sind die betroffenen Räume luftdicht abgeschottet und stehen unter permanentem Unterdruck. Das sorgt dafür, dass eventuell freigesetzte Asbestfasern nicht in die Umgebung gelangen. Die Arbeiter tragen Schutzanzüge und schwere Atemschutzmasken – ein Anblick, der einem Science-Fiction-Film entsprungen sein könnte.

Projektleiter Stefan Ehrenberger betont, dass die Luft in den Hörsälen permanent abgesaugt und gefiltert wird. Um die Asbestbelastung weiter zu minimieren, werden belastete Materialien luftdicht verpackt. Knapp 80 Proben wurden bereits vorab aus verschiedenen Gebäudeteilen entnommen, und wie zu erwarten war, fand man in vielen Bereichen belastetes Material. Doch keine Panik: Experten bestätigen, dass es zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Menschen gab, die früher in diesen Gebäuden gearbeitet, gelehrt oder studiert haben.

Das Erbe der Vergangenheit

Es ist beeindruckend, wie viel Asbest noch immer in unseren alten Bauwerken steckt. Das Umweltbundesamt erklärt, dass Asbest aufgrund seiner früheren Verwendung in langlebigen Bauprodukten und Anwendungen auch heute noch in der Umwelt und in Haushalten vorhanden ist. Man unterscheidet zwischen schwach und fest gebundenem Asbest. Während schwach gebundener Asbest als gefährlicher gilt, kann auch aus fest gebundenen Produkten beim Bearbeiten Asbestfaser freigesetzt werden. Das macht eine sorgfältige Sanierung umso wichtiger.

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Die Sanierungsarbeiten am Alsergrund bieten also nicht nur die Gelegenheit, die alten Gebäude von ihrer schädlichen Last zu befreien, sondern auch, um einen neuen Raum für Lernen und Forschung zu schaffen. Ein Bildungscampus, der in einigen Jahren an dieser Stelle entstehen wird, könnte eine neue Ära für die Bildung in Wien einläuten. Es bleibt spannend, was die Zukunft für diesen geschichtsträchtigen Ort bereithält.

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