Kleine Experten für Naturgefahren – Drittklässler in Vandans entdecken die Welt der Wildbach- und Lawinenverbauung
Heute ist der 17.07.2026 und in Vandans, einem kleinen, idyllischen Ort in Vorarlberg, haben die Drittklässler der Volksschule einen ganz besonderen Projekttag erlebt. Sie tauchten tief in die Welt der Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) ein. Mit viel Enthusiasmus und Neugier lernten die Kinder, wie Hochwasser entsteht und welche Rolle der Wald beim Wasserrückhalt spielt. Dabei kam ein 3D-Modell zum Einsatz, das die Gefahrenzonen in ihrer Heimat veranschaulichte. So konnten sie hautnah erfahren, was es bedeutet, in einem Gebiet mit Wildbächen zu leben – und Vandans hat gleich vier große und zwei kleine Wildbäche, die den Ort prägen.
Die Schüler wurden nicht nur theoretisch informiert, sondern hatten auch die Möglichkeit, selbst aktiv zu werden. Nach einer Einführung über die Entstehung von Naturgefahren und deren Folgen, durften sie ihre eigenen, selbst gebastelten Häuser im Modell aufstellen. Dabei wählten sie, in welcher Gefahrenzone sie bauen wollten – rot, gelb oder weiß. Ein Kind hatte sogar die geniale Idee, sein Haus mit einem Schutzdamm auszustatten. Und komischerweise, aufgrund der Trockenheit blieb alles unversehrt, denn das Wasser war einfach zu wenig vorhanden.
Einblicke in die Naturgefahren
Die Kinder bekamen auch spannende Einblicke in historische Naturereignisse, die Vandans geprägt haben – wie die Überflutung von 1933, die für viele Einheimische noch ein lebendiges Erinnerungsstück ist. Filme über aktuelle Murenabgänge sorgten für einen Schauer über den Rücken und zeigten eindrücklich, wie wichtig es ist, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das 3D-Modell, das die Gefahrenzonen und Lawinenabgänge darstellte, half den Kindern, sich in die Lage der Betroffenen zu versetzen. Und als sie ihre eigenen Häuser im Modell wiederentdeckten, war die Freude groß!
Doch nicht nur die praktischen Experimente waren ein Highlight. Ein Experiment mit einer Gießkanne, einem Sieb und Schwammtüchern verdeutlichte, wie viel Wasser die Vegetation und der Boden speichern können. Eine Diskussion über den sorgsamen Umgang mit der Natur und die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz rundete den Vormittag ab. Lehrerinnen und Kinder waren sich einig: So viel Wissen und Spaß – das war ein lehrreicher Tag!
Hochwasserschutz und Renaturierung
Die Wichtigkeit von Hochwasserschutzmaßnahmen kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. In vielen Regionen, nicht nur in Vorarlberg, sind die Ufernahe Deiche zu einem Problem geworden. Sie haben zahlreiche natürliche Überschwemmungsflächen von Flüssen abgeschnitten. Tatsächlich sind nur noch 20 Prozent der natürlichen Überschwemmungsflächen an großen Strömen wie der Donau oder dem Rhein vorhanden. Hochwasserretentionsflächen sind daher entscheidend, da sie Hochwasserwellen dämpfen und Wasser zwischenspeichern können. Das Wasserhaushaltsgesetz fordert sogar, dass größere Flächen für die Ausuferung der Flüsse bereitgestellt werden. Es ist an der Zeit, diese Flächen zu erhalten und neue zurückzugewinnen.
Deichrückverlegungen stellen eine Möglichkeit dar, Hochwasserretentionsflächen zu schaffen und die Gewässer zu renaturieren. Diese Renaturierung gibt den Flüssen mehr Raum für ihre natürlichen Entwicklungen und schließt Gewässerauen wieder an. Die Stärkung der Ökosystemleistungen von Fließgewässern – wie Lebensraum, Biodiversität und Kohlenstoffsenke – ist ein wichtiger Schritt, um auch zukünftige Generationen zu schützen.
Ein lehrreicher Vormittag in Vandans und ein wichtiger Beitrag zum Bewusstsein über Naturgefahren und Hochwasserschutz. Dank an die illwerke vkw für die Möglichkeit, ein künstliches Hochwasser zu erleben und so den Kindern einen praxisnahen Zugang zu diesen Themen zu ermöglichen!
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