In Feldkirch sorgt ein Ereignis für Aufsehen: Ein Pfarrsekretär der Diözese hat einen Mann geheiratet. Ja, richtig gelesen! Diese Hochzeit könnte eine kleine Sensation unter den strengen Blicken der katholischen Kirche sein. Ein E-Mail, das unter den Mitarbeitern der Diözese verbreitet wurde, forderte zur Gratulation an den Pfarrsekretär auf. Man sollte sich ja nicht lumpen lassen und gute Wünsche für Liebe, Glück und Gesundheit zur gemeinsamen Zukunft versenden. Das E-Mail stammt von zwei Mitarbeiterinnen der „Berufsgemeinschaft der PfarrsekretärInnen“ und wurde von einer Mitarbeiterin des Personalreferats weitergeleitet. Ein schöner, wenn auch ungewöhnlicher, Anlass.

Natürlich gibt es auch eine Kehrseite der Medaille. Die katholische Kirche lehnt bekanntlich die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren ab, und das schon seit Jahren. Eine Erklärung der Kongregation für die Glaubenslehre aus dem Jahr 2003 besagt, dass die Ehe nur zwischen Personen unterschiedlichen Geschlechts existieren kann und homosexuelle Beziehungen gegen das natürliche Sittengesetz verstoßen. Das hat in der Vergangenheit für viele Diskussionen gesorgt und wird auch jetzt nicht anders sein.

Ein Zeichen der Veränderung?

Doch die Diözese Feldkirch hat sich mit ihrer „Regenbogenpastoral“ seit 2015 aufgemacht, ein Zeichen der Veränderung zu setzen. Diese Initiative bietet queere Seelsorge an und hat das Ziel, Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung in der katholischen Kirche willkommen zu heißen. Interessanterweise hat die Katholische Jugend sich ebenfalls für einen offenen Umgang mit LGBTIQ-Themen stark gemacht. Sie wollen den Dialog innerhalb der Kirche fördern und Informationen bereitstellen, um das Thema fundiert zu diskutieren. Der Regenbogen – ein kraftvolles Symbol! Er steht in der biblischen Tradition für die Verbindung zwischen Gott und seinem Volk und in der LGBTIQ-Community für Vielfalt und Akzeptanz.

Immer mehr Kirchtürme und Pfarrhof- sowie Bürotüren zeigen ebenfalls das Regenbogensymbol. Es ist ein kleiner, aber feiner Schritt in Richtung Akzeptanz. Zudem gibt es auch ein Praxis-Handbuch zur geschlechtergerechten Sprache und zur geschlechtersensiblen Jugendpastoral – das sollte doch ein Lichtblick sein! Die Katholische Jugend Österreich hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um Materialien und Links zu Positionen der Jugend bereit zu stellen. Man könnte sagen, es gibt ein echtes Bestreben, die Themen rund um LGBTIQ* in der Kirche nicht nur zu behandeln, sondern auch aktiv zu leben.

Anerkennung und Integration

Dennoch ist die Realität oft eine andere. LSBTIQ*-Menschen erfahren häufig Ausgrenzung, und auch innerhalb der Kirche fühlen sich viele allein gelassen. Angehörige queerer Menschen suchen nach mehr Unterstützung und Akzeptanz. Es gibt einen spürbaren Wunsch, dass Gemeinden und Gruppen öffentlich gegen Ausgrenzung Stellung beziehen und ein herzliches Willkommen aussprechen. Ein respektvolles Miteinander könnte die Kirche bereichern, wie es im Galaterbrief 3,28 beschrieben wird. Gleichberechtigung und das Hören aller Menschen – das würde wirklich zu einem neuen Miteinander führen.

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Die Herausforderungen sind groß, das Bewusstsein für diese Themen wächst jedoch. Es bleibt zu hoffen, dass sich noch mehr Menschen auf den Weg machen, um die Akzeptanz und Inklusion von homosexuellen Menschen in der Kirche zu fördern. Irgendwie fühlt es sich an, als könnte das Hochzeitsglück des Pfarrsekretärs der Diözese Feldkirch der Anfang von etwas Größerem sein. Und das ist doch ein schöner Gedanke.

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