Die Nachrichten aus der Sporthandelsbranche sind nicht gerade erfreulich. Hervis, ein bekannter Name in der österreichischen Landschaft des Sportgeschäfts, hat angekündigt, dass im Jahr 2026 gleich 17 Filialen ihre Türen schließen werden. Diese Entscheidung trifft 100 Mitarbeiter, die sich bald auf die Suche nach neuen Beschäftigungsmöglichkeiten begeben müssen. Das ist keine kleine Sache, denn in Österreich hat Hervis insgesamt 93 Standorte. Man fragt sich schon, was da schiefgelaufen ist.

Die Schließungen, die auf die Unrentabilität mehrerer Filialen zurückzuführen sind, bringen nicht nur das wirtschaftliche Gleichgewicht der betroffenen Standorte ins Wanken, sondern werfen auch ein Schlaglicht auf die gegenwärtigen Herausforderungen im Einzelhandel. Der Hauptsitz von Hervis befindet sich in Salzburg-Wals und wurde Anfang 2026 von der Handelsgruppe Spar an die Quantum Investment Holding GmbH verkauft. Hinter dieser Holding stecken die beiden deutschen Investoren Sven Voth und Udo Schloemer, die bereits vorab in Deutschland und anderen Ländern wie Slowenien und Kroatien zahlreiche Standorte geschlossen haben.

Die Liste der Geschlossenen

Ein Blick auf die betroffenen Filialen in Österreich lässt die Dimension des Rückzugs erahnen. Zu den bereits geschlossenen Filialen zählen Baden und das SAM Outlet in Salzburg, während die folgenden Standorte in 2026 schließen werden:

  • Bischofshofen
  • Deutschlandsberg
  • Feldkirchen
  • Hallein
  • Kitzbühel
  • Leoben
  • Lienz
  • Liezen
  • Linz (Lentia)
  • Perg
  • Salzburg (Forum am Hauptbahnhof)
  • Reutte
  • Steyr
  • Wels
  • Wien (Q19)

Wie es aussieht, ist die Schließung von Hervis-Filialen nicht nur ein österreichisches Phänomen. In Deutschland stehen nur noch vier Filialen offen, und die dortige Filialleitung plant, den Betrieb schrittweise einzustellen. Ein Räumungsverkauf läuft bereits in Garmisch-Partenkirchen, wo die Filiale bis Anfang Juli schließen wird. Michael Seidel, der neue Eigentümer des Auslandsgeschäfts von Hervis, scheint mit dieser Entwicklung nicht überrascht zu sein.

Ein Blick auf die Branche

Die Sorgen, die Hervis plagen, sind nicht die einzigen, die den Handel in Österreich betreffen. Laut der aktuellen Jahresbilanz „Österreichs Handel in Zahlen“ vom Handelsverband gibt es über 700.000 Beschäftigte im Handel, und der private Konsum macht etwa 50% des Bruttoinlandsprodukts aus. Doch die Realität sieht düster aus: Die realen Haushaltsausgaben stagnieren 2024 auf dem Vorjahresniveau, während die Nominellen um 1,7% auf 78,5 Milliarden Euro ansteigen. Eine Zurückhaltung bei Ausgaben für Haus, Garten und Möbel ist deutlich zu spüren. Auch der Markt für Sportartikel gibt nur einen minimalen Zuwachs von 0,5% her.

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Ein Blick auf die Ausgabenentwicklung zeigt, dass Haushalte vorsichtiger werden. Lebensmittel und Medikamente erleben einen Anstieg der Nachfrage, während Bereiche wie Einrichtung und Elektrogeräte sinkende Ausgaben verzeichnen. Die Herausforderungen sind vielfältig: Kaufzurückhaltung, hohe Inflation und ein steigender bürokratischer Aufwand belasten die Händler. Fast 37% der Händler berichten von einer schwierigen Geschäftslage.

Inmitten all dieser Entwicklungen bleibt die Frage, wie sich die Sporthandelslandschaft in Österreich weiterentwickeln wird. Die Schließungen bei Hervis sind ein weiterer Hinweis auf die großen Umwälzungen, die in dieser Branche stattfinden. Die Zukunft? Nun, die ist für viele Händler in Österreich und darüber hinaus alles andere als klar.

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