Am 2. Mai 2026 war der Plansee Schauplatz einer grenzüberschreitenden Übung zur Waldbrandbekämpfung, die die Zusammenarbeit von Einsatzkräften aus Tirol und Bayern auf eine neue Stufe hob. Mit einer ganz besonderen Mischung aus Professionalität und Teamgeist waren Flughelfer aus den Bezirken Reutte und Imst sowie Abordnungen aus Oberstdorf und Partenkirchen vor Ort. Man konnte förmlich die Anspannung in der Luft spüren, als die Hubschrauber mit ihren mächtigen Rotoren über den See surrten.
Die Übung wurde von der Arbeitsgruppe zur Vegetationsbrandbekämpfung des Bezirks unterstützt und von den Lageführungsfeuerwehren Höfen sowie einem Team aus dem Abschnitt Tannheim tatkräftig begleitet. Ziel war es, die Abläufe im Flugdienst zu trainieren – das Anhängen von Lasten an Hubschraubern, die Kommunikation zwischen den verschiedenen Einsatzkräften und der Einsatzleitung, und vieles mehr. Jörg Degenhart, Landessachgebietsleiter für Flugdienst und Vegetationsbrandbekämpfung, und Stefan Brust von der Staatlichen Feuerwehrschule Bayern waren als fachliche Begleiter vor Ort, was dem Ganzen noch mehr Gewicht verlieh.
Effizienz über Grenzen hinweg
Doch nicht nur am Plansee wurde fleißig geübt. In Anras, Osttirol, fand eine Großübung statt, an der Einsatzkräfte aus Tirol, Südtirol und dem Trentino teilnahmen. Mit insgesamt 75 Personen, darunter auch behördliche VertreterInnen, wurde der koordinierte Einsatz von Hubschraubern und Bodenkräften über Ländergrenzen hinweg geprobt. Elmar Rizzoli, Leiter des Tiroler Zentrums für Krisen- und Katastrophenmanagement, machte unmissverständlich klar, wie wichtig solche gemeinsamen Übungen sind. „Ohne die Zusammenarbeit geht es nicht“, hätte man ihn fast sagen hören können, während die Hubschrauber über die Berggipfel donnern. Auch in Tirol waren 60 Einsatzkräfte von Freiwilligen Feuerwehren und Flugdiensten am Start, was die große Bedeutung dieser Übungen unterstreicht.
Der Tiroler Feuerwehr-Flugdienst hat sich auf alpine Einsätze spezialisiert, und das merkt man. Acht bis zwölf Flughelfer pro Bezirk sind im Einsatz und stehen bereit, wenn der Ernstfall eintritt. In dieser Übung transportierten Hubschrauber aus dem Trentino Löschwasser und Material. Ein echter Kraftakt! Die Trentiner Hubschrauberstaffel, bestehend aus Katastrophenschutz- und Rettungshubschraubern, hat bewiesen, wie schnell und effizient Hilfe geleistet werden kann. Der Generaldirektor des Trentiner Zivilschutzes, Stefano Fait, betonte die Notwendigkeit der schnellen Unterstützung – und genau das wurde hier eindrucksvoll demonstriert.
Waldbrandgefahr im Fokus
Doch warum all dieser Aufwand? Die Waldbrandgefahr nimmt zu, und das nicht nur in den Alpen. Der EU-Katastrophenschutz wurde in der aktuellen Brandsaison schon 16 Mal aktiviert – das ist mehr als in der gesamten Saison 2024! Die Notwendigkeit zur Verbesserung der Prävention und Bewältigung von Naturkatastrophen wird immer dringlicher. Man kann dabei nicht einfach zuschauen. Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben beispielsweise Spezialkräfte zur Vegetationsbrandbekämpfung nach Spanien geschickt, wo die Waldbrände wüteten. Auch Österreich und die Schweiz haben Einheiten nach Montenegro entsandt, um Hilfe zu leisten.
Das zeigt, wie wichtig es ist, dass sich die Feuerwehren ständig weiterentwickeln, ihre Taktiken anpassen und sich auf veränderte Einsatzszenarien vorbereiten. Dr. Ulrich Cimolino, ein Vegetationsbrandexperte, hebt hervor, dass die Waldbrandsaison mittlerweile ganzjährig ist. Es ist kein Geheimnis mehr, dass der Austausch von Wissen und Technik zwischen den Ländern unerlässlich ist, um effektiv auf die Herausforderungen reagieren zu können. All diese Übungen, die Vorbereitungen – sie sind nicht nur Routine, sondern ein klarer Schritt in die richtige Richtung.
Wenn man die Flügel der Hubschrauber über den Bergen sieht, spürt man die Entschlossenheit der Einsatzkräfte, alles zu geben. Und genau das ist es, was uns in dieser herausfordernden Zeit zusammenbringt: Der Wille, für die Sicherheit aller da zu sein.