Heute ist der 3. Juni 2026 und die Nachricht aus dem Lesachtal lässt uns alle aufhorchen. Ab dem 16. April wurden in den Gemeinden Untertilliach und St. Lorenzen gleich sieben Gänsegeier aufgefunden – und das unter sehr mysteriösen Umständen. Der Schock sitzt tief, denn von diesen majestätischen Vögeln hat nur einer überlebt. Der Gänsegeier mit der Kennung FB7 wurde in der Auffang- und Pflegestation der Burg Landskron liebevoll wieder aufgepäppelt. Doch die Freude über sein Überleben wird von einer düsteren Wahrheit überschattet.

Die Bezirkshauptmannschaften Lienz und Hermagor haben Ermittlungen eingeleitet. Dabei verwiesen sie auf die laufenden Untersuchungen durch die AGES Tiergesundheit und Veterinärmedizin in Wien. Diese haben jedoch bereits eine Tierseuche als Todesursache ausgeschlossen. Und während die Staatsanwaltschaft Klagenfurt laut Erstem Staatsanwalt Markus Kitz noch kein Ermittlungsverfahren eingeleitet hat, wird die Lage immer bedrückender.

Ein gezielter Giftanschlag?

Die Naturschutzorganisation BirdLife Österreich hat mittlerweile bestätigt, dass die Gänsegeier Opfer eines gezielten Giftanschlags wurden. Das verbotene Pestizid Carbofuran wurde als Todesursache bei fünf der sieben Vögel nachgewiesen. Es handelt sich dabei um ein hochgiftiges Nervengift, das in der EU seit 2008 verboten ist, jedoch nach wie vor illegal als Köder ausgelegt wird. Die erschreckenden Zahlen sprechen für sich: In den letzten neun Jahren wurden in Österreich fast 400 illegale Tötungen von Vögeln dokumentiert, darunter auch 81 geschützte Greifvögel.

Die Häufung der Fälle hat Experten alarmiert. Sie vermuten, dass es sich um einen gezielten Vergiftungsfall handelt. Untersucht wurden die Tiere nicht nur von der AGES, sondern auch von der Veterinärmedizinischen Universität Wien und der Ludwig-Maximilians-Universität München, die den Verdacht bestätigten. BirdLife, WWF Österreich und die Vulture Conservation Foundation fordern eine lückenlose Aufklärung des Falls. Es ist ein präzedenzloser Vorfall, der als einer der schwersten Vergiftungsfälle von Greifvögeln und Geiern in Österreich bezeichnet wird.

Ein Aufruf zum Handeln

Die Gänsegeier sind nicht nur wunderschöne Geschöpfe, sie spielen auch eine wichtige Rolle im Ökosystem. Jährlich verbringen zwischen 100 und 120 Gänsegeier den Sommer in den Hohen Tauern – einem zentralen Übersommerungsgebiet für diese beeindruckenden Vögel. Es ist nun an der Zeit, dass wir alle gemeinsam aufstehen und unsere Stimme gegen solche grausamen Taten erheben. Hinweise zur Tat können an die Landespolizeidirektion Kärnten oder die BirdCrime-Hotline gemeldet werden. Jeder Hinweis zählt!

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Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie wichtig der Schutz unserer Wildtiere ist. Der Verlust so vieler Gänsegeier ist nicht nur ein herber Schlag für die Natur, sondern auch für uns alle, die wir in dieser wunderschönen Region leben. Es liegt an uns, alles zu tun, um diese Tiere und ihre Lebensräume zu schützen.