Die Luft ist angespannt in der Welt des Skisports. Während wir uns in Kitzbühel auf die kommende Saison vorbereiten, rückt die FIS-Präsidentenwahl näher und mit ihr auch die Fragen rund um die Zukunft des internationalen Skiverbands. Johan Eliasch, der amtierende Präsident, strebt die Wiederwahl an – und das, obwohl der Druck auf ihn stetig steigt. Sportler wie Marco Odermatt haben bereits Alarm geschlagen, und die Kritik an Eliasch wird lauter. Österreich und die Schweiz drohen sogar mit einem Rückzug von gefragten Weltcup-Klassikern wie Kitzbühel und Adelboden. Ein Alarmzeichen, das nicht übersehen werden sollte.

Besonders brisant ist die finanzielle Lage der FIS. Ein Bericht der Schweizer Zeitung „Blick“ hebt hervor, dass das neue Budget ein strukturelles Defizit von 5,7 Millionen Franken für die kommende Saison vorsehen könnte. In den letzten Jahren ist das Vermögen des Verbands von 130 Millionen auf erschreckende 43 Millionen Franken gesunken. Diego Züger, Co-CEO von Swiss-Ski, äußerte sich besorgt: „Wenn wir so weitermachen, fahren wir mit 180 km/h gegen eine Wand.“ Das klingt nicht nach einer rosigen Zukunft. Christian Scherer, der noch amtierende Generalsekretär des Österreichischen Skiverbands (ÖSV), äußert ebenfalls Bedenken. Er kritisiert die neue Führung und stellt in Frage, ob die Unterstützung der Mitglieder unter der aktuellen Leitung noch möglich ist, ohne die finanzielle Stabilität zu gefährden. Das alles könnte die spannende Atmosphäre des bevorstehenden FIS-Kongresses, der nächste Woche in Belgrad stattfindet, stark beeinflussen.

Der Kongress in Genf

Doch bevor es nach Belgrad geht, steht ein wichtiges Treffen in Genf an. Am Freitag treffen sich Vertreter des Ski- und Snowboard-Weltverbands zu ihrem jährlichen Kongress. Neben Eliasch werden auch Mitglieder des Councils anwesend sein. Nach einer Ratssitzung, die sicherlich hitzige Diskussionen zur Zukunft des Skisports bereithält, folgt ein Abendessen im charmanten Romantikhotel L’Auberge d’Hermance. Diese altehrwürdige Unterkunft mit Steinarchitektur aus dem 17. Jahrhundert und einer Terrasse, die direkt an den Genfer See grenzt, wird der Rahmen für einen Abend, der kulinarisch mit Jakobsmuschelravioli und Trüffeln eröffnet wird – ein wahrer Gaumenschmaus!

Am darauffolgenden Tag wählt der Grossteil der Delegierten digital zur großen Klausur ein. Seit 2020 ist dieser digitale Zugang ein fester Bestandteil der Kongresse und ermöglicht es vielen Verbänden, die Teilnahme zu erleichtern. Doch die Stimmung könnte angespannt sein. Eliasch hat sich in der Vergangenheit mit seiner autoritären und kritikresistenten Haltung nicht gerade beliebt gemacht. Er wirft seinem ehemaligen CEO, Urs Lehmann, Illoyalität vor – ein Vorwurf, der die Wogen weiter hochschlagen könnte. Lehmanns Rücktritt wird als schwerer Schlag für Eliaschs Wiederwahlkampagne gewertet.

Die Zukunft des Skisports

Am 11. Juni entscheiden dann 80 Nationen über die Zukunft des internationalen Skisports. Die großen Skinationen wie die Schweiz, Österreich, Deutschland, Italien, Schweden, die USA, Kanada, Frankreich und Norwegen positionieren sich klar gegen Eliasch und unterstützen Alexander Ospelt. Kleinere Verbände, die sich unter Eliasch gut aufgehoben fühlen, könnten entscheidend für seine Wiederwahl sein. Doch die Spannungen sind spürbar, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird.

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In den kommenden Tagen wird sich zeigen, ob Eliasch die kritischen Stimmen zum Schweigen bringen kann oder ob wir tatsächlich mit einem Rückzug von traditionsreichen Events rechnen müssen. Die Zeit drängt, und die Skiwelt schaut gebannt auf die Entwicklungen. Die Frage bleibt: Wie geht es weiter, wenn sich die Fronten verhärten und die Traditionen des Skisports auf der Kippe stehen?