Heute ist der 7.06.2026 und in Kitzbühel brodelt es – und zwar nicht nur wegen der schneebedeckten Pisten, die in der Luft hängen. Der Rücktritt von Urs Lehmann als CEO der FIS hat die Wogen im internationalen Skisport ordentlich hochgeschlagen. Unerwartet, fast wie ein Schneesturm im Sommer, hat Lehmann, der das Amt erst im vergangenen Jahr übernommen hat, seinen Rücktritt bekannt gegeben. Die Gründe? Ein heftiges Zerwürfnis mit FIS-Präsident Johan Eliasch, das sich wie ein Schatten über die finanzielle Zukunft des Ski-Weltverbands legt.

Lehmann hat große Sorgen geäußert – und das zu Recht! Er warnt, dass die FIS in zwei Jahren pleite sein könnte, wenn sich die finanzielle Situation nicht verbessert. Offenbar hat Eliasch, der seit 2021 im Amt ist und für die Wahl am kommenden 11. Juni in Belgrad kandidiert, kein Ohr für die alarmierenden Signale. Es gibt Gerüchte, dass das Vermögen der FIS von 130 Millionen auf nur noch 43 Millionen Schweizer Franken geschrumpft sein soll. Das sind Zahlen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen.

Konflikt zwischen den Verbänden

Der Konflikt zwischen Eliasch und den großen Skiverbänden nimmt geradezu dramatische Züge an. Verbände aus der Schweiz, Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Norwegen, Schweden, Kanada und den USA – alle stehen hinter Eliaschs Herausforderer, Alexander Ospelt aus Liechtenstein. Ein starkes Bündnis, das sich gegen die Wiederwahl des amtierenden Präsidenten formiert. Und das nicht ohne Grund: Der ÖSV-Generalsekretär Christian Scherer hat Eliasch über die kritische finanzielle Lage informiert und betont, dass ein strukturelles Defizit von 5,7 Millionen Franken (ca. 6,2 Millionen Euro) im FIS-Budget für den Winter 2026/27 nicht länger ignoriert werden kann.

Die Drohungen sind deutlich: Traditionsreiche Weltcuportale wie Kitzbühel, Wengen, Adelboden oder Schladming könnten im Falle einer Wiederwahl Eliaschs tatsächlich ihre Teilnahme zurückziehen. Das klingt fast surreal, aber die Zeichen stehen auf Sturm. Und während sich die großen Skinationen formieren, sucht Eliasch Kontakt zu den kleineren Verbänden, um deren Interessen zu berücksichtigen. Ein heikler Balanceakt, der die Spaltung innerhalb des internationalen Skisports noch deutlicher macht.

Der FIS-Kongress und seine Folgen

Am Freitag treffen sich die Vertreter des Ski- und Snowboard-Weltverbands in Genf zu ihrem jährlichen Kongress. Der Kongress wird entscheidend sein – nicht nur für Eliasch, der seine Wiederwahl anstrebt, sondern auch für die gesamte Zukunft des Skisports. Bei einem Abendessen im Romantikhotel L’Auberge d’Hermance, wo es Jakobsmuschelravioli mit Trüffeln gibt (mhhh, lecker!), wird man sich sicher auch die eine oder andere hitzige Debatte um die Zukunft der FIS nicht verkneifen können.

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Die kommende Woche in Belgrad wird also ein echter Prüfstein für die Stabilität des Skisports. Mit 80 nationalen Verbänden, die Stimmrechte haben, könnte es für Eliasch eng werden, besonders wenn die kleineren Ski-Nationen ihre Stimme erheben – da kann sich die Stimmung ganz schnell drehen. Auch wenn der Rücktritt von Lehmann als FIS-CEO als Rückschlag für Eliasch angesehen wird, bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickeln wird. Der Druck steigt, die Uhr tickt. Und in Kitzbühel, wo die Tradition auf dem Spiel steht, wird das Geschehen genau beobachtet.