Am 8. Mai 2026 war es endlich so weit: Die Schüler:innen der 3. Klasse Bautechnik an der HTL Imst präsentierten ihre kreativen Entwürfe für ein ganz besonderes Projekt – ein Sternenkindergrab. Eine berührende und sehr sensible Thematik, die nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch ein tiefes Verständnis für menschliche Gefühle erforderte. Die Schüler:innen haben sich fächerübergreifend mit dem Thema auseinandergesetzt, was die Arbeiten umso wertvoller machte. Ein Projekt, das weit über das Klassenzimmer hinausreicht.
Die gesamte Präsentation war ein echtes Highlight, das von der Jury, bestehend aus Pfarrer Pater Andreas Agreiter und Bürgermeister Hansjörg Falkner, mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wurde. Ein besonderer Dank gebührt dem Ötzer Bürgermeister, der selbst Absolvent der HTL Imst ist und bereits zuvor mit der Schule zusammengearbeitet hat, als der „DJ Ötzi Brunnen“ ins Leben gerufen wurde. Diesmal war die Herausforderung, ein Grab für Sternenkinder zu entwerfen, die viel Fingerspitzengefühl erforderte.
Ein einfühlsames Siegerprojekt
Der Siegerentwurf von Peter Rofner sticht hervor – er zeigt zwei Säulen, die einen Stern tragen. Dieser Stern soll das verstorbene Kind symbolisieren und ist somit ein zentrales Element des Entwurfs. „Ich wollte, dass das Grab für alle Menschen zugänglich ist“, erklärte Rofner, der bewusst auf religiöse Symbole verzichtet hat. Das ist bemerkenswert, denn es macht den Raum für Trauer und Erinnerung universell. Die Idee, helle, am Boden platzierte Stein-Sterne zu integrieren, bietet Platz für Blumen, Kerzen oder sogar bemalte Steine – eine persönliche Note, die den Angehörigen die Möglichkeit gibt, ihre Gefühle auszudrücken.
Markus Lentsch, der Abteilungsvorstand der Bautechnik, hob den gesellschaftlichen Mehrwert solcher Projekte hervor. „Es ist wichtig, dass unsere Schüler:innen lernen, wie sie mit ihrer Kreativität etwas Gutes bewirken können“, so Lentsch. Tatsächlich realisiert die HTL Imst jährlich ein bis zwei Projekte, die über den normalen Unterricht hinausgehen. Aktuell wird beispielsweise ein „Übungsdachstuhl“ für die Feuerwehr Telfs geplant. Ein weiteres Beispiel dafür, wie das Handwerk in die Gemeinschaft integriert wird.
Ein tiefes Verständnis für Trauer
Im Rahmen des Projekts haben die Schüler:innen auch im Deutschunterricht das Präsentieren geübt. Im Religionsunterricht wurden tiefere Themen wie Tod und Trauer behandelt. Dabei wurde nach einem Symbol für das Sternenkindergrab gesucht, und die Wahl fiel auf Sterne. Einige Schüler:innen haben religiöse Elemente integriert, während Rofner bewusst einen anderen Weg gewählt hat. Diese Vielfalt an Ansätzen zeigt, wie individuell die Auseinandersetzung mit einem so sensiblen Thema sein kann. Es spiegelt auch wider, wie wichtig es ist, dass junge Menschen lernen, empathisch mit der Trauer anderer umzugehen.
Die Entwürfe, die letztendlich der Jury präsentiert wurden, sind das Ergebnis monatelanger harter Arbeit und kreativer Auseinandersetzung. Jeder Entwurf erzählt auf seine Weise eine Geschichte von Verlust, Liebe und dem Bedürfnis nach Erinnerung. Der Entwurf von Rofner wird in den kommenden Monaten in der Gemeinde Ötz umgesetzt – ein Ort, der für viele Menschen eine ganz besondere Bedeutung hat.
Es ist inspirierend zu sehen, wie die Schüler:innen der HTL Imst mit solch einem sensiblen Thema umgehen. Dieses Projekt zeigt nicht nur das handwerkliche Können der jungen Menschen, sondern auch ihre Fähigkeit, Mitgefühl zu zeigen und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. Ein großer Schritt in die richtige Richtung, sowohl für die Schüler:innen als auch für die Gemeinde. Wir dürfen gespannt sein, wie das Siegerprojekt in der Realität aussehen wird!